Katalogkategorien

Neuheiten vom 27.2.2019

 

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 7 e-moll

Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer

Channel Records CCSSA38019, PF: CE, VÖ: 27.2.2019, 723385380191

Als Iván Fischer vor über 30 Jahren das Budapest Festival Orchestra gründete, wurde ein ganz persönlicher Traum Wirklichkeit. Zur Philosophie dieses Orchesters gehört das absolute Fehlen jeglicher eingeschliffenen Routine. Stets gehen die Musiker aufs Risiko, zeigen Eigeninitiative und haben die Freiheit, vermeintliche interpretatorische Weisheiten zu hinterfragen – und es anders zu machen. Jedes Konzert ist daher eine fröhliche Entdeckung unbekannten Territoriums, eine Reise zu neuen Horizonten in der Musik. Bekannte Werke überraschen plötzlich mit Unerwartetem, als würden sie zum ersten Mal gespielt. Es ist dieser neuartige Zugang zur Musik, zugleich das permanente Streben nach Perfektion, das dieses Budapest Festival Orchestra als jüngstes unter den 10 höchstbewerteten Orchestern der Welt erscheinen lässt.

 

 

 

Wo läufst du hin?

Orgelwerke und Lieder von Brahms, Medek, Reger und Wolthuis

Christopher Jung, Bariton
Simon Reichert, Orgel

paschenrecords PR190054, PC: CE, VÖ: 27.2.2019, 4250976100549

»Wo läufst du hin, der Himmel ist in dir: Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.« Zwei Zeilen aus dem immensen Schaffen des barocken Mystikers Angelus Silesius inspirierten den Komponisten Jan Roelof Wolthuis zu seinem siebenteiligen Liederzyklus für Bariton und Orgel, und damit stand auch das Motto fest, nach dem Organist Simon Reichert und der Bariton Christopher Jung ihr gemeinsames Programm zusammengestellt haben. Eingebettet in den kleinen, substantiellen Katalog an Orgelwerken, die Johannes Brahms in jungen und späten Jahren geschrieben hat, gewähren die hier miteinander verbundenen Lieder manch überraschende Erkenntnis: daß sich hinter Max Regers ruppig-polyphoner Fassade ein hypersensibles Menschenkind verbarg; daß Neue Musik, wie der 2006 verstorbene Tilo Medek demonstrierte, durchaus bereichernde Wirkungen tun kann; und daß die dichterischen poetischen Konzentrate eines nahezu vierhundert Jahre alten Gottsuchers, zum rechten Klingen gebracht, bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben. Diese Musik wirkt weiter …

Konzertexamen mit Auszeichnung, Nominierung als »Bester Nachwuchssänger« durch die Opernwelt, Auszeichnungen und Preise: Der Bariton Christopher Jung hat sich bei Helga Forner an den Musikhochschulen Berlin und Leipzig sowie in den Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann hervorragend auf seine internationale Konzerttätigkeit vorbereitet, in deren Zentrum heute das romantische Liedgut steht. Der 1980 in Gütersloh geborene Simon Reichert studierte Kirchenmusik, Orgel und historische Aufführungspraxis in Detmold und Basel und ist Preisträger internationaler Orgelwettbewerbe (u.a. Grand Prix d’ECHO Freiberg 2014). Nach seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker in Deutschland, der Schweiz und Dänemark ist er seit 2009 Bezirkskantor des Protestantischen Dekanats Neustadt an der Weinstraße.

 

 

 

Klavierquintette

Georgy Catoire (1861-1926): Quintett g-moll op. 28
Ignaz Friedman (1882-1948): Quintett c-moll

Bengt Forsberg, Klavier
Nils-Erik Sparf, Ulf Forsberg, Violine
Ellen Nisbeth, Viola
Andreas Brantelid, Cello

BIS BIS-SACD-2314, PC: CD, VÖ: 27.2.2019, 7318599923147

Der französischstämmige Georgy Catoire studierte Klavier in Moskau und Berlin; heute kommt vorwiegend seine Klaviermusik zur Aufführung. Aber mit seiner originellen Harmonik und innovativen Rhythmik gehört auch dieses Klavierquintett zu den bedeutendsten Schöpfungen Catoires. Weit bekannter als er ist der Pole Ignaz Friedman, vor allem als einer der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts, bewundert von Rachmaninow wie von Horowitz. Das 1918 geschriebene Quintett ist stimmungsvoll, dramatisch, dunkel und melancholisch. Kein Wunder, wenn man die Entstehungszeit bedenkt. Aber nicht nur der noch andauernde Weltkrieg mag zu dieser Stimmung geführt haben, sondern auch der Tod von Friedmans Vater, einem jüdischen Wandermusiker. Und das Thema des dritten Satzes, das polnischer Volksmusik entnommen ist, mag eine Verbeugung vor ihm sein.

 

 

 

Reason in Madness

Lieder von Brahms, Schumann, Strauss, Koechlin, Debussy, Duparc, Wolf, Schubert, Chausson

Carolyn Sampson, Sopran
Joseph Middleton, Klavier

BIS BIS-SACD-2353, PC: CD, VÖ: 27.2.2019, 7318599923536

Immer schon waren (vermeintlich) wahnsinnige Frauen Subjekte besonderer „Aufmerksamkeit“. Sie wurden als Hexen verbrannt, in die Verbannung geschickt oder waren dankbare Opfer der Psychoanalyse. Aber sie faszinierten auch gerade Dichter und Komponisten. Für dieses Album haben Carolyn Sampson und Joseph Middleton ein Programm zusammengestellt, das den unterschiedlichen Zugang von Komponisten zu den Geschichten solcher Frauen zeigt, Geschichten, die sie als verwundbar, verwundet und bloßgestellt zeigen. Ein Aphorismus von Nietzsche ist das Motto dieser Produktion: „Es liegt immer etwas Wahnsinn in der Liebe, aber es gibt auch immer einen Grund für den Wahnsinn.“

 

 

 

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 10 Fis-dur

Lapland Chamber Orchestra, John Storgårds

BIS BIS-SACD-2376, PC: CD, VÖ: 27.2.2019, 7318599923765

Mahler hinterließ die 10. Symphonie unvollendet; das Werk übt eine enorme Faszination auf Musikwissenschaftler wie auf Musiker aus. Einzelne Passagen sind voll orchestriert, von anderen gibt es nur eine Melodie. Aber es zieht sich eine kontinuierliche Konzeptionsidee durch die Seiten des Manuskripts, und über die Jahre hat es eine ganze Reihe unterschiedlicher Versuche gegeben, das Werk zu vollenden. Einer der jüngsten ist die hier eingespielte Version für Kammerorchester durch die Komponistin und Dirigentin Michelle Castelletti. Sie beschreibt die Symphonie als „den wahrscheinlich emotional passioniertesten und autobiographischsten Ausbruch Mahlers“. Inspiriert von der Wiener Gesellschaft für private Musikaufführungen, die Schönberg 1918 begründet hatte mit dem Ziel, ein Forum für Neue Musik zu bieten, entschied sie sich, eine Fassung für Kammerorchester herzustellen. Denn die Wiener hatten u.a. Kammermusikfassungen von der 4. Symphonie und dem Lied von der Erde (von Schönberg selbst arrangiert) gespielt. In ihrer hier erstmals eingespielten Version der 10. Symphonie greift Castelletti auf ähnliche Instrumentierung zurück.

 

 

 

Josef Myslivecek (1737-1781)

Sämtliche Klavierwerke:
Konzert Nr. 1 B-dur
Konzert Nr. 2 F-dur
Sechs leichte Divertimenti
Sechs leichte Übungen

Clare Hammond, Klavier
Swedish Chamber Orchestra, Nicholas McGegan

BIS BIS-SACD-2393, PC: CD, VÖ: 27.2.2019, 7318599923932

Der aus Prag gebürtige Myslivecek verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Italien, wo er mit seinen Opern große Erfolge feierte und als „der Böhme“ bekannt wurde. In Bologna traf er 1770 mit Mozart zusammen; ihre Wege kreutzen sich noch einmal. Mozart äußerte sich über ihn, er sei „voll Feuer, geistreich und lebenslustig“. In Mozarts frühen Opern, Violinkonzerten, Symphonien und Klavierwerken ist ein Einfluss Mysliveceks spürbar. Dessen Stil veraltete allerdings bald, und seine Werke wurden erst vor einigen Jahrzehnten als überdurchschnittlich qualitätsvoll wiederentdeckt. So sind auch die Einspielungen der Klavierkonzerte durch Clare Hammond als absolute Neuentdeckungen zu betrachten.

 

 

 

Paul Ben-Haim (1897-1984)

Evocation. Werke für Violine:
Evocation für Violine und Orchester
Violinkonzert
Drei Studien für Violine solo
Berceuse sfaradite für Violine und Klavier
Toccata, Klavierstück arrangiert für Violine und Orchester durch Moshe Zorman

Itamar Zorman, Violine
Amy Yang, Klavier
BBC National Orchestra of Wales, Philippe Bach

BIS BIS-SACD-2398, PC: CD, VÖ: 27.2.2019, 7318599923987

1933 musste Paul Frankenburger seine deutsche Heimat auf Flucht vor den Faschisten verlassen. Bis dahin stand er voll in der deutschen Musiktradition und komponierte in den Fußstapfen der großen deutschen Postromantiker wie Mahler. Er erreichte Palästina und änderte nicht nur seinen Namen in Ben-Haim, sondern auch seinen Kompositionsstil. In den Interpretationen des jungen Geigers Itamar Zorman wird deutlich, wie die Musik der Region immer mehr zu einem integralen Teil von Ben-Haims Kompositionen wurde. Die sechs Werke umfassen einen Zeitraum von vier Jahrzehnten und beleuchten verschiedene Stufen dieses Prozesses einer Synthese zwischen Ost und West, der Transformation des Paul  Frankenburger in Paul Ben-Haim.

 

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