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Neuheiten vom 13.2.2019

 

Alvin Curran (*1938)

endangered species

Alvin Curran, Yamaha Disklavier

New World Records NWR80804, PC: EE (2 CD), VÖ: 13.2.2019, 093228080428

 „Das Yamaha Disklavier ist genau das Instrument, auf das ich gewartet hatte... ein Flügel, der mir den Luxus erlaubt, nicht nur seine eigenen Hämmer und Saiten zu spielen, sondern mein ganzes Archiv an Tondateien. Ein magischer Akt, wenn die ganze Welt direkt durch meine Fingerkuppen hörbar wird. Für diese Aufnahme habe ich vorwiegend Balladen ausgesucht, langsam und leicht, die mir Zeit zum Nachdenken lassen, zu einer Reise in unbekannte Nachbarschaften. Zeit, ein Stück vom Ende her zu beginnen, ein temporäres Museum disfunktionaler Harmonien zu besuchen, Zeit zum Hereinschleichen durch die Hintertür, zum Suchen nach Spuren von Straßenmusik.“ (Alvin Curran)

 

 

 

Réminiscences

Janacek: Sonate Nr. 1; Auf verwachsenen Pfaden
Borenstein: Reminiszenzen einer Kindheit

Nadav Hertzka, Klavier

Skarbo DSK1162, PC: CK, VÖ: 13.2.2019, 3375250116205

Der 1986 in Tel-Aviv geborene Pianist studierte zunächst in Israel, dann an der Royal Academie of Music in London. Mit 14 Jahren debütierte er mit dem Haifa Symphony Orchestra. Der Gewinner zahlreicher internationaler Preise machte Aufnahmen u.a. für die BBC. Hertzka absolvierte Tourneen durch die USA, Europa und Asien und trat dabei in berühmten Konzerthäusern auf wie Carnegie Weill Hall, Wigmore Hall, Kings Place, Shanghai Conservatory und Avery Fisher Hall.

 

 

 

Jean Cras (1879-1932)

Kammermusik:
Quintett für Klavier und Streicher
Quartett „À ma Bretagne“

Quatuor Sine Qua Non
Jean-Pierre Ferey, Klavier

Skarbo DSK4181, PC: CK, VÖ: 13.2.2019, 3375250418101

Cras hatte eine für einen Komponisten ungewöhnliche Biografie. Sein Vater, Chefarzt der französischen Marine, und seine Mutter waren leidenschaftliche Musikliebhaber; in dieser Atmosphäre begann Cras im frühen Kindesalter mit dem Klavierspiel. Mit 13 Jahren legte er seine erste Komposition vor, die er am Klavier öffentlich vortrug. Ab dem 17. Lebensjahr besuchte er die Marineschule. Seine Mußestunden verbrachte Cras mit Musizieren und Komponieren. 1899 hatte er bereits eine Messe, mehrere Motetten und das Trio Voyage Symphonique komponiert. Um die Jahrhundertwende begann eine innige und lang andauernde Freundschaft zu dem Komponisten Henri Duparc, der ihm die Streichquartette Beethovens zum analytischen Studium empfahl. In seiner militärischen Laufbahn war Cras Lehrer an der Marineschule. Hier erdachte er einen Winkelmesser als Navigationshilfe (Règle Cras), die bis zur Einführung der satellitengestützten Navigation auf jedem Schiff in Gebrauch war. Im Ersten Weltkrieg war er Kommandeur eines Torpedobootes. Durch Admiral Auguste Boué de Lapeyrère wurde er als ein Offizier erster Klasse benannt und rückte so in den Marinestab auf. Inzwischen vollendete er seine Oper Polyphème (Libretto von Albert Samain), die am 22. Dezember 1922 an der Opéra-Comique uraufgeführt wurde. Während seiner Zeit als Kommandeur verschiedener Schiffe nahm er stets ein Klavier mit an Bord, um, wie er sich ausdrückte, einer inneren Stimme zu gehorchen, die ihn zum Komponieren anregte. Im Februar 1932 führte seine Tochter Collette Cras, die spätere Ehefrau des Komponisten Alexandre Tansman, das ihr gewidmete Konzert für Klavier und Orchester auf. Ab 1931 war Cras im Dienstgrad eines Konteradmirals verantwortlicher Generalmajor des Kriegshafens von Brest, eine Position, die er bis zu seinem plötzlichen Tod nach kurzer Krankheit im September 1932 innehatte.

 

 

 

Petr Eben

Orgelwerke:
Sonntagsmusik
Laudes
Die süßen Ketten der Liebe
Hommage à Dietrich Buxtehude

Jaroslav Tuma, Orgel

Arta F10233, PC: CE, VÖ: 13.2.2019, 8595017423321

Diese Aufnahme war Jaroslav Tuma ein besonderes Anliegen. Denn er stellt fest: während Programme von Kirchenkonzerten oder Orgelkonzerte von Hochschulabsolventen früher gern mit Bach begannen und über Franck und Reger mit Eben endeten, ist das Interesse an dessen Orgelmusik seit seinem Tod im Jahr 2007 merklich abgeebbt. Dabei verstand er wie nur wenige andere Komponisten seiner Generation die klanglichen Möglichkeiten der Orgel optimal zu nutzen, und seine kompositorische Meisterschaft, mit der er klassische Formen und aparte Klänge zu einer eigenen Tonsprache verband, macht seine Werke auch einem breiteren Publikum leicht zugänglich. Um dies zu demonstrieren, hat Tuma an der Walcker-Orgel in Annaberg-Buchholz, der Mathis-Orgel in Brünn und dem Instrument aus der Werkstatt Siemann in Freising aufgenommen.

 

 

 

Antonin Dvorak

Symphonie Nr. 4 d-moll
Mein Vaterland

Musica Florea, Marek Stryncl

Arta F10235, PC: CE, VÖ: 13.2.2019, 8595017423529

Wie für die Musik früherer Epochen gilt auch für Kompositionen der Romantik noch: nicht alles, was interpretatorisch erwartet wird, steht auch in der Partitur – so genau die Aufzeichnungen dieser Zeit gewesen sein mögen. Dies gilt insbesondere für Dvorak, wie man aus zeitgenössischen Kritiken von Aufführungen seiner Werke weiß. Die Interpreten versuchen also, diesen Ausdrucksmöglichkeiten auf die Spur zu kommen. Dies gilt sowohl für Dynamik wie Tongebung, ja sogar Variationen der Intonation, die in der Romantik eine große Rolle spielten.

 

 

 

Jan Dismas Zelenka

Psalmi Varii Separatim Scripti:
Lauda Jerusalem; Laudate pueri; De profundis; Dixit Dominus; Confitebor tibi Domine; Laetatus sum; Ecce nunc benedicite

Ensemble Inégal
Prague Baroque Soloists, Adam Viktora

Nibiru NIB01652231, PC: CE, VÖ: 13.2.2019, 8595056601650

Teilweise Ersteinspielung

Diese Kompositionen gehören zum vierten, abschließenden Zyklus von Psalmvertonungen des Dresdener Meisters, mit denen er das ganze Kirchenjahr abgedeckt hat. 1726 begann Zelenka damit, die ersten drei Psalmzyklen in sein „Inventarium rerum Musicarum Ecclesiae servientium“ aufzunehmen. Unter dem Titel „Psalmi Vespertini totius anni“ demonstrieren seine 33 Vesperkompositionen, aufgeteilt in drei Sammlungen über drei Jahre die Verbindung zur katholischen Hofkirche Dresdens, die der Heiligen Dreieinigkeit geweiht war. Die hier eingespielten Psalmen gehören nicht zu diesem Plan; es waren offensichtlich ergänzende Werke für verschiedene Gelegenheiten. Darunter finden sich die längsten und brillantesten aller Psalmvertonungen Zelenkas, gemischt mit Werken großer Schlichtheit.  Diese waren sicher für eine Aufführung durch die Kapellknaben des höfischen Kirchenensembles gedacht; die virtuoseren eher für die Sänger und Instrumentalisten der berühmten Hofkapelle.

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