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Neuheiten vom 9.1.2019

 

Missa Contemplatione

Bernd Kuchenmeister:
Missa Contemplatione
Kleine deutsche Messe

Françoise Friedrich (Harfe), Miroslava Stareychinska (Harfe), Eva Bindere (Violine 1), Sophia Stiehler (Violine 2), Urs Stiehler (Viola), Tilmann Stiehler (Violoncello), Bettina Kessler (Violoncello), Günter Hampel (Kontrabass), Lea Bodner (Sopran), Elisabeth Reheis (Sopran), Hannah-Theres Weigl (Sopran), Sarah Mair (Alt), Lena Obexer (Alt), Marinus Kreidt (Tenor), Benjamin Purner (Tenor), Matthias Kofler (Bass), Felix Rathgeb (Bass), Elias Praxmarer (Orgel) Dorian Keilhack (Dirigent)

Querstand VKJK1820, PC: CF, VÖ: 9.1.2019, 4025796018202

In der Ruhe und Stille der Kontemplation, ja der Loslösung jeglicher Ablenkung, wird eine „Explosion“ unendlicher Gedanken frei, die zu einer „inneren Implosion“ führen, ja zum Kern des wahren Ichs. Bernd Kuchenmeisters Beweggründe für die Komposition der „Missa Contemplatione“ fanden ihren Ursprung in einer mehrseitigen, verbalen „Regieanweisung“ seines Vaters. Dieser schenkte sie ihm mit der Bitte, für ihn eine große Messe zu schreiben.

Verwundert über solch ein Anliegen, begann Bernd Kuchenmeister mit der Ausarbeitung eines Kyrie, stellte jedoch danach weitere Arbeiten an diesem Werk vollkommen ein. Nach dem Tod seines Vaters betrachtete er dessen verbale Umsetzungsvorschläge einer Messe erneut: „Ich kann es für dich nicht mehr tun, da du nicht mehr in dieser Welt bist.“

Doch wollte er seine Bringschuld unbedingt erfüllen und suchte bei der weiteren Arbeit nach einem ständigen Dialog mit seinem Vater. Bei der nun folgenden Ausarbeitung der Messe hatte er stets das Gefühl, in besonderer Weise mit ihm verbunden zu sein.

Einer der Leitgedanken des Zisterzienserordens ist die Kontemplation, die unter anderem auch auf seinen wichtigen Heiligen Bernhard von Clairvaux zurückzuführen ist. Daher lag es nahe, die Aufnahme dieser Messe in einer Zisterzienser-Abtei zu verwirklichen: Die Einspielung der vorliegenden zweiten CD Bernd Kuchenmeisters wurde zu Füßen des Ursula-Altars in der Abtei Marienstatt durchgeführt, in der auch bereits seine erste CD „Symphonie b-a-c-h“ aufgenommen worden war.

 

 

 

Gewaltakt

Beethoven: Coriolan-Ouverture und Symphonie Nr. 5
Rameau: Aus „Les Boréades“
Tüür: The path and the traces

ensemble reflektor, Thomas Klug

paschenrecords PR190050, PC: CE, VÖ: 9.1.2019, 4250976100501

Das Debüt des ensemble reflektor trifft eine unmissverständliche Aussage: GEWALTAKT! Auf geradezu magische Weise begeben sich die vierzig Musiker und Musikerinnen des erst vor drei Jahren gegründeten Ensembles auf eine scheinbar unmögliche Zeitreise, der die Erkenntnis zu Grunde liegt, dass man nur tief genug an die Wurzeln gehen muss, um »unmögliche« Beziehungen herzustellen wie hier, wo Ludwig van Beethovens c moll (in Gestalt des Coriolan und der »Schicksalssymphonie«), die »Entrée pour les Muses« aus  Jean Philippe Rameaus späten Boréades und das muskulöse The path and the traces des estnischen Komponisten Erkki Sven Tüür zu einer zwingenden, keineswegs gewaltsamen Synthese finden. Nachdem das ensemble reflektor schon in mehreren Live-Auftritten mit Ovationen bedacht wurde, betritt es  jetzt das internationale Podium mit einer CD, die kaum jemand nach dem ersten Hören beiseite legen wird.

ensemble reflektor versteht sich als Botschafter einer Musikkultur ohne Grenzen und als ein Kammerorchester, das sowohl sich als selbst als auch den Musikerberuf und die Branche reflektieren will. Musikalischer Mentor und Dirigent ist Thomas Klug, der lange Jahre Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen war und 1994 schon das Ensemble Resonanz aus der Taufe gehoben hat.

Für das Projekt GEWALTAKT probte das ensemble reflektor im Frühjahr 2017 in der Halle 424 mitten im Herzen des Hamburger Oberhafens. Seit 2015 ist die Halle der Probenraum, Rückzugsort, Wohnzimmer und Lieblingskonzertsaal des Orchesters.

Die Halle 424 wurde in den 1950er Jahren als Teil von Deutschlands größter Stückgut Umschlagsanlage gebaut und trotzt seitdem allen Sturmfluten. Seit 2014 bietet das Industriedenkmal künstlerischen Projekten Zuflucht. Als Residenz-Ensemble führt ensemble reflektor in der Halle 424 alljährlich zwei bis drei zehntägige Orchesterprojekte durch, zu denen eine intensive Probenphase, ein Musikvermittlungsprojekt und ein Konzert in der Halle gehören.

 

 

 

ORBI - die schillernde Revanche der Hintergrundinstrumente

Songs von Alkaloid, The Doors, Led Zeppelin, Metallica, Pink Floyd, Muse, Dream Theater

ORBI:
Bram van Sambeek, Fagott
Rick Stotijn, Kontrabass
Sven Figee, Hammondorgel
Marijn Korff de Gidts, Percussion

BIS BIS-CD-2297, PC: CE, VÖ: 9.1.2019, 7318590022979

Es gibt halt sone und solche Instrumente. Eine Violine, Trompete oder Leadguitar stehen so im Rampenlicht, dass alle anderen zu Dienstleistern reduziert werden. Dabei sind es eben erst Fagott, Kontrabass, Schlagzeug oder Hammondorgel, die den harmonischen und rhythmischen Hintergrund liefern, vor dem die Solisten glänzen können. Was wäre denn, wenn die Hintergrundinstrumente mal gegen ihr Schicksal aufbegehren und zurückschlagen würden? Das Ergebnis ist ORBI - the Oscillating Revenge of the Background Instruments. Vier Musiker lassen ihre Instrumente mal so richtig krachen in einem gesangsfreien Mix von symphonischem Rock, erdigem Metal und ein wenig Blues. Abseits des Keyboarders verfolgen sie übrigens in der Hauptsache erfolgreiche Karrieren in der Klassik.

 

 

 

Carl Philipp Emanuel Bach

Die Solo-Klavierwerke vol. 37:
Sonaten, Variationen und Fugen von 1745 bis 1755

Miklós Spányi, Cembalo

BIS BIS-CD-2331, PC: CE, VÖ: 9.1.2019, 7318590023310

In Folge 37 gelingt es Spányi, mit etwas völlig neuem zu überraschen. Bisher hatte er das Clavichord eingesetzt (27 CDs), den Tangentenflügel (7 CDs) und das Fortepiano (2 CDs). Nun also erstmals das Cembalo. Damit erinnert er an Bachs Hinweis für Klavierspieler, sowohl ein Clavichord wie auch ein Cembalo zur Verfügung zu haben, um „allerley Sachen abwechselnd“ spielen zu können. Warum gerade hier? Auf dieser Folge finden sich die wenigen, wenn nicht einzigen Kompositionen, die Bach gezielt dem Cembalo zugewiesen hat, insbesondere die „Sonata per il cembalo a 2 tastature“. Dargestellt auf einem 2007 gebauten Cembalo aus der Werkstatt von Michael Walker (Neckargemünd) nach einem Instrument von Johannes Daniel Dulcken, Antwerpen 1745.

 

 

 

Gustav Mahler

Symphonie Nr. 2 c-moll „Auferstehung“

Ruby Hughes, Sopran
Sasha Cooke, Mezzosopran
Minnesota Chorale and Orchestra, Osmo Vänskä

BIS BIS-SACD-2296, PC: CD, VÖ: 9.1.2019, 7318599922966

Die Keimzelle für die 2. Symphonie war eine einsätzige symphonische Dichtung mit dem Titel „Todtenfeier“, 1888 geschrieben. Eine Vision Mahlers, der sich selbst als aufgebahrten Toten sah, umgeben von Blumen. Sechs Jahre später vollendete Mahler dann die 2. Symphonie; die „Todtenfeier“ hatte er als ersten Satz verwendet. An keinem anderen Werk hat er so lange gearbeitet wie an diesem. Das liegt schlicht am Thema; Mahler suchte nach einem Szenario, das ihn die ultimative Bedeutung von Leben und Tod darstellen ließ (1. Satz), die Folgen verlorener Unschuld und die Verzweiflung des Unglaubens (2. und 3. Satz), die Rückkehr zum natürlichen Schicksal (4. Satz) und schließlich die Erlösung vom jüngsten Gericht (Finale). In diesem Satz geht er das Risiko ein, mit Beethoven verglichen zu werden, denn er setzt einen Chor, Sopran- und Altsolistin ein.

 

 

 

Quartette mit Kontrabass, vol. 2

Rossini: Sonaten Nrn. 4-6
Hoffmeister: Solo Quartette Nrn. 3 und 4

Minna Pensola, Antti Tikkanen, Violine/Viola
Tuomas Lehto, Cello
Niek de Groot, Kontrabass

BIS BIS-SACD-2318, PC: CD, VÖ: 9.1.2019, 7318599923185

Sowohl Rossinis wie Hoffmeisters Sammlungen weichen vom normalen Besetzungsschema ab, indem sie den Kontrabass beteiligen, aber in verschiedenen Rollen. Rossini, der seine Sonaten im Alter von nur 12 Jahren schrieb, ließ die Viola weg und teilte dem Kontrabass eine mehr oder weniger konventionelle Rolle zu, wenngleich mit gelegentlichen virtuosen Ausbrüchen. Erstveröffentlicht wurden sie allerdings in einem Arrangement für herkömmliches Streichquartett, und sie werden oft von Streichorchestern aufgeführt. Franz Anton Hoffmeister wählte dagegen einen ganz anderen Ansatz und überließ dem Kontrabass die führende Rolle im Ensemble, in dem er die erste Violine ersetzte. Das geschah nicht zufällig in Wien; wenn man bedenkt, wie viele Werke für Kontrabass dort veröffentlicht wurden, kann man auf ein sehr hohes spieltechnisches Niveau rückschließen.

 

 

 

Gabriel Fauré

Klavierwerke:
Nocturne Nr. 1 es-moll, op. 33,1
3 Romances sans paroles, op. 17
Sonate (1863)
Mazurke (ca. 1865)
Nocturne Nr. 6 Des-dur, op. 63
Nocturne Nr. 13 h-moll, op. 119
Ballade, op. 19

Nicolas Stavy, Klavier

BIS BIS-SACD-2389, PC: CD, VÖ: 9.1.2019, 7318599923895

Teilweise Ersteinspielung

Dieses Album hätte man auch „Gabriel Fauré in 60 Minuten“ nennen können, denn Stavys Programmauswahl umfasst die gesamte Karriere des Komponisten. 1863, als er die hier erstmals eingespielte Sonate komponierte, stand er kurz vor seinem 18. Geburtstag. Das meisterhafte Nocturne op. 119 ist andererseits Faurés letztes Klavierwerk, entstanden 1924, also zwei Jahre vor seinem Tod. Das geschickt zusammen gestellte Programm ermöglicht einen Blick in die Werkstatt des Komponisten; anhand der Werke kann man verfolgen, wie er sich zunächst mit Haydn, dann mit Mendelssohn und Schumann, schließlich mit Chopin auseinandersetzte.

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