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Neuheiten vom 22.8.2018

 

Jeff Beal (*1963)

House of Cards Symphony
House of Cards Fantasy für Flöte und Orchester
Six Sixteen für Gitarre und Kammerorchester
Canticle für Streichorchester
Konzert für Flöte und Orchester

Sharon Bezaly, Flöte
Jason Vieaux, Gitarre
Norrköping Symphony Orchestra, Jeff Beal

BIS BIS-SACD-2299, PC: EC (2 SACD), VÖ: 22.8.2018, 7318599922997

Der BIS-Gründer Robert von Bahr, fasziniert von der TV-Serie „House of Cards“, insbesondere von der Filmmusik, nahm Kontakt zum Komponisten derselben auf – Jeff Beal. Schnell wurde man sich einig, dass Beal ein Flötenkonzert für Sharon Bezaly schrieb. Das natürlich begleitet werden sollte von Musik zur Fernsehserie. Wobei eine Auswahl von Stücken aus den mittlerweile sechs Staffeln fast unmöglich schien. Also verwendete Beal das Material für eine Symphonie, eine sehr lange Symphonie: 83 Minuten Spieldauer.  Und so wurde ein Doppelalbum daraus mit drei weiteren Werken Beals, darunter die brandneue „House of Cards Fantasy“ für Flöte und Orchester und die „Six Sixteen“ für Gitarre und Orchester, gespielt vom Grammy Preisträger Jason Vieaux. Das Orchester, international gefeiert für seine Interpretationen der Werke von Allan Pettersson, ließ sich gern auf diesen spezifischen Stil der Filmmusik unter der Leitung des Komponisten ein, zu der eine Erweiterung des Instrumentariums um E-Gitarre, Baßgitarre, Schlagzeug, Klavier und Flügelhorn gehört.

 

 

 

Wilhelm Stenhammar (1871-1927)

Suite aus „Romeo och Julia“, op. 65
Reverenza
Zwei sentimentale Romanzen, op. 28
„Sången“, symphonische Kantate, op. 44

Larsson, Dike, Cleveman, Zetterström
Sara Trobäck, Violine
Kinderchor der Musikschule Norrköping
Gothenburg Symphony Choir
Gothenburg Symphony, Neeme Järvi

BIS BIS-SACD-2359, PC: CD, VÖ: 22.8.2018, 7318599923598

Seit 36 Jahren sind das Göteborger Symphonieorchester und Neeme Järvi dem Label BIS verbunden und haben in dieser Zeit nicht weniger als 45 CDs/SACDs aufgenommen – die erste enthielt (noch als LP, später digitalisiert) 1982 übrigens Stenhammars erste Symphonie. Doch erst jetzt ergab sich die Möglichkeit, Stenhammars großes Spätwerk „Sången“ aufzunehmen, eine symphonische Kantate für vier Vokalsolisten, gemischten Chor, Kinderchor und großes Orchester. Eben wegen dieser umfangreichen Besetzung ist „Sången“ eine Rarität auf Spielplänen der Konzerthäuser geblieben, und es gab bisher auch nur eine kommerzielle Einspielung aus dem Jahr 1988. Und so lag bei den Aufnahmen in der Göteborger Konzerthalle eine deutlich spürbare Spannung in der Luft, die auch im hier zu hörenden Ergebnis durchaus positiv spürbar ist. Weitere Highlights des Albums sind die zwei Romanzen für Violine und Orchester mit der groß aufspielenden Konzertmeisterin Sara Trobäck als Solistin und die selten gehörte Suite aus Romeo und Julia.

 

 

 

Debussy und Dukas: Orchesterwerke

Claude Debussy: La Mer; Jeux
Paul Dukas: La Péri; L‘Apprenti sorcier

L‘Orchestre de la Suisse Romande (Debussy)
Konservatoriumsorchester Paris (Dukas)
Ernest Ansermet

Eloquence ELQ4824975, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948249756

 „La Mer“ war ein Schlüsselwerk für Ernest Ansermet. Im Lauf seiner Karriere hat er Debussys Trilogie symphonischer Sketche nicht weniger als vier Mal eingespielt. Die ersten beiden (1947 bzw. 1951) sind in Eloquence-Remasterings bereits verfügbar (4825007, 4800127). Hier folgt nun die dritte Einspielung aus dem Jahr 1957. Alle Aufnahmen unterscheiden sich signifikant in Spieldauer, klanglicher Balance und Kolorit. Ansermets genaue Arbeit an Details des Orchesterklangs zeigt sich auch in seinen Aufnahmen mit Werken von Paul Dukas, die er im September 1954 mit dem Pariser Konservatoriumsorchester aufnahm.

 

 

 

Haydn und Bizet: Orchesterwerke

Joseph Haydn: Symphonie 101 „Die Uhr“
Georges Bizet: Patrie, op. 19; Symphonie C-dur

L‘Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet

Eloquence ELQ4824979, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948249794

Was Ansermet an Haydn so besonders bewunderte, war dessen „ständige Frische in einer so liebenswürdigen Weise, seine Moral und sein Optimismus. Dazu eine von Herzen kommende Schlichtheit, dabei ein Reichtum und eine Reinheit, die seinem Werk einen ganz persönlichen, nie sich ändernden Charakter verleihen“. Und so, frisch und unsentimental, sind denn auch Ansermets Interpretationen der Werke Haydns wie hier die Symphonie Nr. 101, aufgenommen 1949 in der grandiosen Akustik Victoria Hall in Genf – es war zugleich die letzte Aufnahme Ansermets mit 78rpm und seine erste auf dem neuen LP-Format (die Einspielung wurde im Mai 1950 veröffentlicht). Die Kombination dieser Aufnahme mit der Einspielung von Bizets Symphonie in C bietet sich an, denn dieses Werk ist eindeutig vom Stil Haydns inspiriert (zum Zeitpunkt der Komposition war Bizet noch ein 17jähriger Student). Ansermet war es so wichtig, dass er es zweimal einspielte. Hier zu hören ist die erste Fassung aus dem Jahr 1953.

 

 

 

Ansermet in Russland

Glinka: Ouvertüre zu „Ruslan und Ludmilla“
Borodin: In den Steppen Zentralasiens
Mussorgsky: Nach auf dem kahlen Berge; Bilder einer Ausstellung
Prokofiew: Die Liebe zu den drei Orangen

Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire Paris
L‘Orchestre de la Suisse Romande
Ernest Ansermet

Eloquence ELQ4825003, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948250035

Russische Musik war fundamentaler Bestandteil in Ansermets großem Repertoire. Immerhin hatte er sieben Jahre als Dirigent mit den berühmten Ballets Russes in deren ganz großer Zeit gearbeitet. Das 1907 von Serge Diaghilev gegründete Ensemble brachte frischen Wind in die künstlerische Kreativität Anfang des Jahrhunderts und beeinflusste maßgeblich den musikalischen Geschmack des Publikums. Aber Ansermet kannte und liebte russische Musik auch abseits der Ballets Russes. Das Europa der Vorkriegszeit hatte überhaupt starke Vorlieben für die Werke von Glinka, Borodin, Mussorgsky, Rimsky-Korsakow, die man sehr häufig auf den Konzertprogrammen in ganz Europa fand. In Ansermets Diskographie nimmt russische Musik einen beachtlichen Umfang ein. Die hier zu hörende Auswahl nahm er Anfang der 1950er Jahre auf, kurz bevor Stereo Einzug in die Regieräume hielt.

 

 

 

Ernest Ansermet: Die Decca-78er

Maurice Ravel: Alborada del gracioso; La Valse; Shéhérazade
Claude Debussy: La Mer; Petite Suite

Suzanne Danco, Sopran
Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire Paris
L‘Orchestre de la Suisse Romande
Ernest Ansermet

Eloquence ELQ4825007, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948250073

1947 und 1948 entstanden diese Aufnahmen, teils mit dem Orchestre de la Suisse Romande, das Ansermet 1918 gegründet und zu höchster klanglicher Perfektion geführt hatte. Als instrumentale Stimme seines Leiters bot das Orchester ein raffiniertes Spiel mit Klangfarben, insbesondere bei Werken von Komponisten wie Ravel und Debussy, die Ansermet besonders bewunderte. Er liebte die Arbeit mit beiden, und sie schätzten ihn als idealen, genauen und sensiblen Interpreten ihrer Werke. In Anekdoten wird dies deutlich. Debussy zeigte Ansermet das Manuskript der „Nocturnes“ mit vielen Anmerkungen. „Welche davon gelten?“ fragte Ansermet. „Ich bin nicht sicher“, antwortete Debussy, „das sind Möglichkeiten. Also nehmen Sie die Partitur und verwenden Sie die, die Sie für richtig halten.“ Und 1921, als Ravel eine Interpretation von „La Valse“ durch Ansermet hörte, schrieb er ihm sofort: „Sie haben La Valse perfekt verstanden. Ich habe noch nie eine solche rhythmische Präzision in Paris gehört.“

 

 

 

Modest Mussorgsky

Khovanshchina

Cvejic, Marinkovic, Starc, Popovic, Cangalovic
Chor und Orchester des Nationaltheaters Belgrad, Kresimir Baranovic

Eloquence ELQ4826893, PC: DC (3 CD), VÖ: 22.8.2018, 0028948268931

Dies ist die erste CD-Veröffentlichung der ersten vollständigen Stereo-Aufnahme von Mussorgskys fünfaktiger tragischer Oper, die Rimsky-Korsakow vervollständigt und orchestriert hatte. Im Verlauf des Jahres 2018 bietet Eloquence erstmals auf CD alle sieben russischen Opern an, die 1955 von der Decca mit dem Ensemble der Belgrader Oper aufgenommen worden waren. Zwei Interessen trafen sich damals: Das Belgrader Ensemble war gerade von einer sehr erfolgreichen Tournee durch die Schweiz mit „Boris Godounow“ zurückgekommen und wollte international weiter auf sich aufmerksam machen, und die Decca suchte nach Möglichkeiten, ihren noch schmalen, aber schnell wachsenden Katalog an Stereo-Aufnahmen und Aufnahmen des russischen Opernrepertoires zu erweitern. Das war bis dahin noch nie in der Originalsprache eingespielt worden.

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonien Nrn. 35 „Haffner“, 36 „Linzer“, 38 „Prager“, 41 „Jupiter“
Serenade KV 320 „Posthorn“

Concertgebouworkest
Eugen Jochum (Symphonien), Eduard van Beinum (Serenade)

Eloquence ELQ4828414, PC: BG (2 CD), VÖ: 22.8.2018, 0028948284146

Im Mai 1956 nahm van Beinum die Posthornserenade auf, und dieses Projekt wurde so etwas wie der „Indian Summer“ im Erbe der Einspielungen des Dirigenten mit dem Concertgebouworkest. Das Orchester war äußerst präsent und van Beinum favorisierte ein straffes Tempo und scharfe Artikulation, die den Holzbläsern des Orchesters alle Möglichkeiten gab, zu brillieren. Der Tod des Dirigenten im April 1959 hinterließ eine Lücke nicht nur für das Orchester, sondern auch für die Philips bezüglich ihrer Aufnahmepläne. Die füllte Eugen Jochum als interimistischer Leiter an der Seite des jungen Bernard Haitink, der 1963 die Leitung des Orchesters übernahm. Jochum machte verschiedene Aufnahmen mit dem Orchester in dieser Zwischenzeit, die seinerzeit von der Kritik sehr gelobt wurden, aber seither kaum verfügbar waren. Darunter die vier späten Symphonien Mozarts, aufgenommen im Dezember 1960 und 1961. Großartige Interpretation in typisch deutscher Tradition, insbesondere in der Linzer Symphonie spürbar. Das ist ein Mozart, wie er heute nicht mehr auf das Konzertpodium käme, aber voller Grazie und Geschmack.

 

 

 

Ein Besuch im Zoo

Musik von Dodd, Prokofiew, Jacques, Rameau, Daquin, Couperin, Ridout, Rimsky-Korsakow, Saint-Saëns

Verschiedene Orchester und Dirigenten - und die Tiere des Londoner Zoos

Deutsche Grammophon DG4829475, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948294756

Was gibt es Schöneres, als in einem Zoo die Farben der klassischen Musik zu entdecken? Eine Menagerie von Vögeln und Biestern erwacht in dieser herrlichen Sammlung zum Leben – ein perfekter Weg, um in die wunderbare Welt der klassischen Musik einzutauchen.

 

 

 

Die kleine Ballerina

Musik von Chopin, Tschaikowsky, Waldteufel, Delibes, Offenbach, Schubert, Satie, Khachaturian

Verschiedene Orchester und Dirigenten

Deutsche Grammophon DG4829477, PC: BL, VÖ: 22.8.2018, 0028948294770

Eine wunderbare Einführung in die Welt der Ballettmusik für kleine Ballerinas, die ihre ersten (Tanz-)Schritte unternehmen. Da ist alles dabei: von Zuckerpflaumen über Märchenprinzen bis hin zu Eislaufpärchen und Walzer tanzenden Pflanzen – jedes Stück wurde sorgfältig ausgewählt, um die jungen Zuhörer zu erfreuen.

 

 

 

Orgelmusik aus der Johanneskirche Saalfeld

Bach: Partita über „Christ, der du bist der helle Tag“, BWV 766
Mozart: Fantasie f-moll, KV 608
Schumann: Studien für Pedalflügel, op. 56
Reger: Fantasie und Fuge d-moll, op. 135b

Andreas Marquardt, Sauer-Orgel

Querstand VKJK1809, PC: CF, VÖ: 22.8.2018, 4025796018097

Die Saalfelder Sauer-Orgel zählt zu den vier bedeutendsten romantischen Orgeln in Thüringen. Im Vergleich zu Bad Salzungen, Ilmenau und Mühlhausen ist sie ein Bindeglied zwischen den rein mechanischen (Mühlhausen) und den rein pneumatischen (Bad Salzungen, Ilmenau) Orgeln.

Das Instrument wurde 1894 als Opus 624 von Wilhelm Sauer (Frankfurt/O.) erbaut. Der prächtige Barockprospekt (1708) von Hofmaler Ziegenspeck gehörte ursprünglich zu einer dreimanualigen Orgel von Johann Georg Fincke (1680 – 1749) aus dem Jahr 1709 – 1710. Sauer verlegte den Prospekt zwei Meter nach hinten, damit genügend Platz für die reichhaltige Chormusik auf der Empore entstand. Diese akustisch hervorragende Lösung lässt sowohl Chor als auch Orgel optimal im Raum erklingen.

1937 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Sauer, 1970 durch Orgelbaumeister Kirchner, Weimar, umgebaut. Im Zuge einer grundlegenden Restaurierung im Jahr 1996 konnte die ursprüngliche Disposition unter Erweiterung um ein Register (Octave 2’ im II. Manual) von der Orgelwerkstatt Rösel & Hercher, Saalfeld, wieder hergestellt werden.

Für diese CD-Aufnahme wählte Andreas Marquardt Kompositionen aus, welche die mannigfaltigen Klangfarben der großen Sauer-Orgel in St. Johannes zu Saalfeld zeigen und erlebbar machen. Er ist Kirchenmusiker in Saalfeld und leitet beispielsweise auch die in dieser Stadt angesiedelten Thüringer Sängerknaben, bei denen er als Kind selbst Mitglied war.

 

 

 

Die Domorgeln von Friedrich Ladegast

Schwerin: Dom St. Marien und St. Johannis
Werke von Hesse, Bach, Mendelssohn Bartholdy, Hartmann, Mozart, Schubert, Rinck

Jan Ernst, Xaver Schult, Orgel
Matthias Vieweg, Bass
Dietrich Hempel, Violine
Verena Lorenz, Harfe
Bläserensemble The Goethics

Querstand VKJK1811, PC: CF, VÖ: 22.8.2018, 4025796018110

Friedrich Ladegast war einer der bedeutendsten deutschen Orgelbauer der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Speziell mit seiner ersten Großorgel, derjenigen im Dom zu Merseburg, setzte er neue Maßstäbe im Orgelbau und beeinflusste damit zugleich die Entwicklung der Orgelmusik: Franz Liszt und sein „Adlatus“ Alexander Winterberger erkannten die neuen sinfonischen Möglichkeiten des Orgelklangs sofort und schufen mit ihren folgenden Werken die Grundlage für eine neuartige Behandlung der Orgel im sinfonischen Sinne – eine Entwicklung, die ein halbes Jahrhundert später in den gigantischen Orgelwerken Max Regers einen Gipfelpunkt erreichen sollte und gleichberechtigt neben dem französischen orgelsinfonischen Konzept steht, für das der Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll die Grundlagen geschaffen hatte.

Friedrich Ladegast wurde am 30. August 1818 in Hochhermsdorf, einem Dorf in der Mitte zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz, geboren – die Musikwelt gedenkt anno 2018 also seines 200. Geburtstages. Aus diesem Anlass erscheinen beim querstand-Label zwei CDs, die das Programm des jeweiligen ersten Konzertes an zwei der großartigsten Ladegast-Orgeln beinhalten: der bereits erwähnten Orgel im Dom zu Merseburg sowie derjenigen im Dom zu Schwerin. Beide CDs sind gemeinsam im Schuber, aber auch einzeln erhältlich.

Es muss ein großes Ereignis für die kleine Residenzstadt Schwerin gewesen sein, als man sich zum Bau einer der größten Orgeln der Zeit in dieser norddeutschen Region entschloss. Entsprechend groß war auch der Kreis der Beteiligten am Eröffnungskonzert. Schon der erste Blick auf das musikalische Programm, das am 3. Oktober 1871, einen Monat nach

dem Orgelweihegottesdenst, erklang, zeigt die im 19. Jahrhundert beliebte Form: Aus vielen Einzelstücken in wechselnden Besetzungen entstand eine bunte, für ein breites Publikum zugängliche Musikfolge.

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