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Neuheiten vom 20.6.2018

 

Sinfonieorchester Wuppertal live

Vol. 2
Wagner: Tannhäuser (Ouvertüre; Venusberg)
Berlioz: Symphonie fantastique op. 14

Sinfonieorchester Wuppertal, Julia Jones

HD-Klassik 3D801801, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 809548018528

Diese Edition ist die zweite SACD-Veröffentlichung der 3D Binaural Series von hd-klassik mit Live-Produktionen des Sinfonieorchesters Wuppertal in 3D-Binaural-Stereo, aufgenommen in einem der schönsten Konzertsäle Europas, der Historischen Stadthalle in Wuppertal, unter der Leitung von GMD Julia Jones.

Dem Künstler – als einer Art Seismologen gesellschaftlicher Befindlichkeit – wurde seit jeher eine Sonderstellung eingeräumt. Ihm wurden leidenschaftlichere Gefühle, die sich über herrschende Konventionen hinwegsetzen können, auch im privaten Leben zugestanden, und sein Leiden an den eigenen, nicht-domestizierten Sehnsüchten prädestinierte ihn dann umso mehr, jene im sozialen Konsens zurückgehaltenen oder verdrängten Leidenschaften in ihrer Tiefe und in ihrer Wahrhaftigkeit bis hin zum Exzess Ausdruck zu verleihen und seinem Publikum dadurch die Katharsis zu ermöglichen.

Für die Komponisten Hector Berlioz (1803–1869) und Richard Wagner (1813–1883) lässt sich diese Behauptung in Leben und Werk gut nachvollziehen.

Richard Wagner war privat wie als Künstler ein leidenschaftlicher und streitbarer wie umstrittener Zeitgenosse. Mit seinem Tannhäuser entwarf er gleich zu Beginn seiner Karriere eine romantische Oper über genau dieses Spannungsfeld von Künstler und Gesellschaft, vom Widerstreit exzessiver triebhafter Gefühle, wie sie sein Protagonist im Venusberg erlebt, mit der „reinen“, selbstlosen, allerdings nicht sinnlich betonten Liebe Elisabeths.

Hector Berlioz’ Symphonie fantastique op. 14 heißt mit eigentlichem Titel Épisode de la vie d’un artiste (Episode aus dem Leben eines Künstlers) und war als erster Teil eines Monodrame lyrique Lélio ou le retour à la vie op. 14b angelegt. Die Bezeichnung Symphonie fantastique war lediglich als Untertitel zu verstehen, der anzeigen sollte, dass hier mit der Gattung Sinfonie etwas ganz Neues, und zwar Fantastisches geschehen würde – ein wahrhaftig bahnbrechendes, einzigartiges Werk der Musikgeschichte, durch das Berlioz zum Vorbild für Richard Wagner, Liszt, Dvorák, Mahler oder Schumann wurde.

 

 

 

Jean-Maire Leclair (1697-1764)

Sonaten für Flöte und B.c.
Deuxième récréation de musique

Maxence Larrieu, Jürgen Franz, Flöten
Georges Kiss, Cembalo

Le Chant de Linos CL16124, Preiscode: CD, VÖ: 20.6.2018, 5425016541241

Leclair hatte ein im Wortsinne bewegtes Leben, denn häufig wechselte er Wohnort und Arbeitsstätte. Er erlernte das Tanzen und das Violinspiel. Seine berufliche Laufbahn begann er als Tänzer und Ballettmeister in Lyon, ab 1722 in Turin. 1723 übersiedelte er nach Paris. 1726 war Leclair wieder in Turin, dort begegnete er Johann Joachim Quantz und dem bekannten Violinisten und Corelli-Schüler Giovanni Battista Somis, bei dem er sein Violinspiel vervollkommnete. Noch unter dessen Einfluss stehend veröffentlichte Leclair 1728 seine Sonaten Opus 2.  Von 1733 bis 1737 war er „Ordinaire de la musique du roi“ am Hofe Ludwigs XV. Außerdem gab er bis 1737 zahlreiche öffentliche Konzerte bei den Concerts Spirituels. Von 1738 bis 1743 lebte er in den Niederlanden, wo er in Den Haag mit Pietro Locatelli, der ihn stark beeinflusste, zusammenarbeitete. 1743 kehrte er nach Paris zurück. Ab 1744 folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Chambéry in den Diensten des spanischen Thronfolgers Don Philippe. 1748 wurde er musikalischer Direktor und erster Violinist am Privattheater des Herzogs Antoine VII. de Gramont (1722–1801), in nächster Nähe zur französischen Hauptstadt, in der er weiterhin lebte. Leclair starb als Opfer eines unaufgeklärten Mordanschlags.

 

 

75 Jahre Orchestre de Chambre de Lausanne

Werke von Bach, Haydn, Mozart, Arriaga, Ravel, Beethoven, Schubert, Chopin, Brahms, Strawinsky, Falla, Enescu, Hindemith, Britten, Martin, Malipiero, Golijov, Zbinden

Solisten: François, Nicolet, Lott, Kremer, Berganza; Dirigenten: Desarzens, Jordan, Foster, Lopez Cobos, Zacharias, Weilerstein

Claves CLA50-1711, Preiscode: IA (7 CD), VÖ: 20.6.2018, 7619931171128

Das Lausanne Chamber Orchestra (OCL), 1942 vom Geiger Victor Desarzens gegründet, ist heute eines der gefragtesten Kammerorchester Europas. Der jüngste Coup des OCL war die Ernennung des US-Amerikaners Joshua Weilerstein, eines der vielversprechendsten jungen Dirigenten der neuen Generation, zum künstlerischen Leiter. Das OCL ist ein klassisches Orchester (mit etwa vierzig Instrumentalisten), das von der Mannheimer Schule beeinflusst ist und ein breites Repertoire vom frühen Barock bis zur zeitgenössischen Musik abdeckt.

Von Anfang an wurde das OCL ins Ausland eingeladen und nahm ab der zweiten Ausgabe am Festival d‘Aix-en-Provence teil. Die Konzerttourneen zuerst in Deutschland und dann in den Vereinigten Staaten waren ein voller Erfolg, ebenso wie ihre jüngsten Auftritte im Theater der Champs Elysées in Paris oder bei dem Musikverein in Wien und den BBC Proms in London. Zu den jüngsten Gastauftritten der OCL zählen das Mariinsky Theater in St. Petersburg, das Rostropovich Festival in Moskau und das Istanbul Festival. In den Jahren 2017-2018 spielt das OCL zum ersten Mal im Concertgebouw in Amsterdam und im Wiener Konzerthaus.

Große Künstler haben mit dem OCL zusammen musiziert, darunter Pianisten von Clara Haskil, Alfred Cortot, Walter Gieseking und Edwin Fischer bis hin zu Murray Perahia, Radu Lupu, Martha Argerich und Nikolai Lugansky; Geiger von Arthur Grumiaux bis Frank Peter Zimmermann; Cellisten von Paul Tortelier bis Truls Mørk und Flötisten von Jean-Pierre Rampal bis Emmanuel Pahud. Die größten Namen haben zu seinem Ruf beigetragen und tun dies auch weiterhin, was ein Beweis für das Vertrauen ist, das sie in das OCL setzen.

 

 

 

Cellokonzerte

Aram Chatschaturjan: Konzert e-moll (1946)
Krzysztof Penderecki: Konzert Nr. 2 (1982)

Astrig Siranossian, Cello
Sinfonia Varsovia, Adam Klocek

Claves CLA50-1802, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 7619931180229

Die Solistin, ausgebildet an den Konservatorien von Lyon und Basel, ist mehrfache Preisträgerin der Krzysztof Penderecki International Cello Competition sowie der Queen Elizabeth Competition und konzertiert weltweit mit führenden Orchestern und Dirigenten (Barenboim, Rattle) u.a. im Musikverein Wien, Philharmonie Paris, Casino Basel, Oper Dijon, Teatro Colon Buenos Aires, Kennedy Center Washington.Seit 2015 ist Astrig Sarossian artist in residence an der Queen Elizabeth Music Chapel und der Singer-Polignac Foundation. 2016 wurde sie künstlerische Leiterin des Festivals Musicades Romanesques.

 

 

 

Geistliche Musik des 17. Jahrhunderts in Breslau

Werke von Pacelli, Jarzebski, Zielenski, Marini, Bollius, Lilius, Vaentini, Schäffer, Zeitschner, Scacchi, Legrenzi, Bütner, Merula, Buchner, Mayer

Gli Angeli Genève
Concerto Palatino
Wroclaw Baroque Orchestra, Stephan MacLeod

Claves CLA50-1805, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 7619931180526

Breslau, heute Wroclaw, war eines der führenden Musikzentren Europas im 17. Jahrhundert. Seine drei Hauptkirchen verfügten über umfangreiche Musiksammlungen mit Drucken aus Italien und ganz Deutschland. In Folge des 2. Weltkriegs wurden diese Sammlungen zunächst verstreut; einige Konvolute haben sich bis heute nicht wieder angefunden, andere tauchten Ende der 1980er Jahre in der Berliner Staatsbibliothek auf, wohin sie aus Moskau gelangt waren. Aber die Mehrzahl der Drucke kehrte nach Wroclaw zurück. Diese CD präsentiert einen Querschnitt durch das Breslauer Repertoire; die Musik entstand zwischen 1608 und 1676 und legt Zeugnis ab vom großen musikalischen Horizont der Stadt und der hier versammelten künstlerischen Kompetenz.

 

 

 

Nicolas Capron (1740-1784)

Premier livre de sonates à violon seul et basse

Ann Roux, Violine
Marieanne Lee, Cello
Lionel Desmeules, Cembalo

Claves CLA50-1809, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 7619931180922

Nicolas Capron war ein Schüler von Pierre Gaviniès und gehörte zu den bekanntesten französischen Violinisten seiner Zeit. Seine Laufbahn begann ab 1756 an der Opéra-Comique und im Privatorchester des General-Gutsverwalters des Königs, Alexandre Le Riche de La Pouplinière. Ab 1765 war er Konzertmeister beim Concert spirituel. Capron verkehrte in allen wichtigen musikalischen Salons in der Stadt, in denen sich allwöchentlich die namhaftesten Musiker, Philosophen und Schriftsteller Frankreichs trafen. Nicolas Capron war ebenso als Virtuose, wie als ausgezeichneter Lehrer geschätzt, zu seinen bekanntesten Schülern gehörten Marie-Alexandre Guénin und die als Wunderkind bezeichnete Mlle. Deschamps, die bereits im Alter von 11 Jahren zwei Violinkonzerte beim Concert spirituel spielte. Capron komponierte in erster Linie Werke für sein Instrument und gilt mit François-Joseph Gossec und Pierre Vachon als einer der Schöpfer des französischen Streichquartetts. In seinen Kompositionen übernimmt er meistens die Dreisätzigkeit, die Bithematik in den Eingangs-Allegrosätzen, ebenso benutzte er häufig den Vorhalt der Mannheimer Schule. Er gehörte zu den ersten französischen Geigern, die den Dämpfer vorschrieben.

 

 

 

 

Im Herzen des 20. Jahrhunderts

Sonaten und andere Werke für Oboe und Klavier von Martin, Messiaen, Dutilleux, Hersant, Sancan

Fabrice Ferez, Oboe
Marc Pantillon, Klavier

Claves CLA50-1810, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 7619931181028

Die hier eingespielten Werke entstanden mit Ausnahme des Solos von Philippe Hersant zwischen 1930 und 1956. Die Interpreten wollten mit ihrer Werkauswahl tiefer in diese Zeit eintauchen und französische und Schweizer Komponisten vorstellen, die gerade in diesen Jahren besonders aktiv waren. 1942 war Olivier Messiaen nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft Professor am Pariser Konservatorium geworden, und Henri Dutilleux komponierte seine ersten Werke unter dem Einfluss der Dichtung des Widerständlers Jean Cassou. Pierre Sancan gewann 1943 den Rom-Preis und Frank Martin, der gerade einen Vertrag mit der Wiener Universal Edition abgeschlossen hatte, schrieb einige seiner Hauptwerke, darunter „Le Conte de Cendrillon“ 1941. 

 

 

 

Friedrich Cerha (*1926)

Kammermusik:
8 Sätze nach Hölderlin-Fragmenten für Streich­sextett
Quintett für Oboe und Streichquartett
9 Bagatellen für Streichtrio

Swiss Chamber Soloists:
Heinz Holliger, Oboe
Esther Hoppe, Meesun Hung Coleman, Daria Zappa, Corinne Chapelle, Hanna Weinmeister, Violine
Jürg Dähler, Hannes Bärtschi, Viola
Daniel Haefliger, Patrick Demenga, Cello

Claves CLA50-1816, Preiscode: CK, VÖ: 20.6.2018, 7619931181622

Cerha erhielt seine Ausbildung an der Wiener Musikakademie (Violine, Komposition, Musikerziehung) und an der Universität Wien (Musikwissenschaften, Germanistik, Philosophie). 1958 gründete er gemeinsam mit Kurt Schwertsik das Ensemble die reihe, das vor allem zeitgenössische Musik in Österreich aufführte. Neben seiner Kompositionstätigkeit trat er als Interpret von Werken Alban Bergs, Arnold Schönbergs und Anton Weberns auf. Für Alban Bergs Oper Lulu, die Berg selbst nicht vollenden konnte, instrumentierte Cerha nach Notizen Bergs unausgeführt gebliebene Abschnitte des 3. Akts. Die Uraufführung der Oper fand 1979 unter Pierre Boulez in Paris statt. Ab 1959 war Cerha Lehrer an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und von 1976 bis 1988 dort Professor für „Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik“. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Georg Friedrich Haas, Dirk D’Ase, Karlheinz Essl und Benet Casablancas.

Friedrich Cerha trat auch als Opernkomponist hervor, darunter „Baal“ nach Bertolt Brecht, „Der Rattenfänger“ nach Carl Zuckmayer, „Der Riese vom Steinfeld“, Text von Peter Turrini.

Weitere Erstaufführungen seiner Werke fanden im Januar 2006 (Impulse für großes Orchester, ein Auftragswerk der Wiener Philharmoniker zum 150-jährigen Jubiläum ihres Bestehens) sowie im März 2006 (Konzert für Sopransaxophon und Orchester aus dem Jahre 2004) statt. Der auch im hohen Alter weiterhin kompositorisch tätige Cerha tritt vor allem als Komponist orchestraler Werke hervor, so schrieb er z. B. ein Konzert für Schlagwerk und Orchester für Martin Grubinger (UA 2009).

 

 

 

Arnold Schönberg

Bläserquintett op. 26

Farkas Wind Quintet

Quintone Q16002, Preiscode: CD, VÖ: 20.6.2018, 9789078740483

Schönbergs Quintett, im Sommer 1923 in seiner Sommerresidenz in Traunkirchen entstanden, ist ein Highlight im Repertoire – und es ist das erste Werk, in dem alle Sätze auf derselben Zwölftonreihe beruhen. Und damit ist es ein besonderer Markstein in der Entwicklung der klassischen Musik im 20. Jahrhundert. Schönberg allerdings empfand seine Erarbeitung der Dodekophanie nicht als Bruch mit der Tradition, sondern als ganz natürliche Weiterentwicklung.

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