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Neuheiten vom 30.5.2018

 

dream – American Music for Electric Guitar

Werke von Cage, Lang, Vees, Sharp. Curran, Feldman, Wolff, Polansy, Stiefel

Sergio Sorrentino, E-Gitarre

Mode Records MODE301, Preiscode: CK, VÖ: 30.5.2018, 764593030126

Natürlich ist die elektrische Gitarre das Hauptinstrument der Rock und Pop-Musik und des Blues. Aber schon 1945 nahm Igor Strawinsky eine Jazzgitarre in die Big Band seines „Ebony Concerto“ auf. Und seit den 1950er Jahren kam die E-Gitarre immer wieder vor in Meisterwerken von Maderna, Stockhausen, Feldman, Martin, Penderecki u.a. Zunehmend erforschten „klassische“ Komponisten auf der Suche nach Erweiterungen des Klangspektrums auch die Möglichkeiten dieses Instruments. „Dream“ ist eine musikalische Reise durch die traumhaften Klänge der E-Gitarre in amerikanischer Konzertmusik. Alle Kompositionen auf dieser CD basieren auf der Suche nach Klang, nach der Einfachheit und Schönheit des Timbres und den Klangfarben des Instruments.

 

 

 

Karlheinz Stockhausen

Kurzwellen (1968)

C.L.S.I. Ensemble, Paul Mefano

Mode Records MODE302, Preiscode: CK, VÖ: 30.5.2018, 764593030225

Dies ist die erste Aufnahme des Werkes in einer neuen Version durch das C.L.S.I. Ensemble für vier Instrumente, vier Kurzwellenradios, sechs Computer und Dirigenten. Ein einmaliges Ereignis, denn die Interpreten reagieren in „Kurzwellen“ auf unvorhersehbare Vorgänge, die sie aus Kurzwellenradios empfangen, während sie ihre Instrumente spielen. Und doch handelt es sich nicht um Improvisation, denn Stockhausens Partitur gibt klare Anweisungen, wie sie auf das, was sie hören, zu reagieren haben. Diese neue Version, erstaufgeführt beim Stockhausen Sommerkurs in Kürten am 10.8.2011, nutzt erstmals Computer und Liveelektronik und bringt so „Kurzwellen“ in das 21. Jahrhundert.

 

 

 

Violin Solo vol. 10

Einojuhani Rautavaara: Variétude
Kalevi Aho: Solo 1; Sonata per violino solo; In Memoriam Pehr Henrik Nordgren
Pehr Henrik Nordgren: Sonata for violin solo, op. 104

Renate Eggebrecht, Violine

Troubadisc TRO-CD-01452, Preiscode: CE, VÖ: 30.5.2018, 4014432014524

Kalevi Aho steht im Zentrum der CD, auf der Renate Eggebrecht sich extrem ausdrucksstarken Stücken finnischer Komponisten widmet. Auch wen Aho sich ebenso wie Rautavaara und Nordgren von Jean Sibelius, dem Übervater der finnischen „Nationalmusik“ löste, pflanzte sich in ihm die nicht zuletzt vom Nationalepos „Kalevala“ beeinflusste Eigensinnigkeit der finnischen Tonkunst fort. Der Zwiespalt zwischen dieser Tradition und dem brennenden Verlangen, sich neuen Strömungen zu öffnen, befruchtet(e) sein Schaffen maßgeblich. Die Verschränkung von Vergangenheit und Gegenwart ist auch in der Musik von Nordgren präsent. Zum Teil verwendete er alte finnischen Volksinstrumente und Runenmelodien, die er auf zeitgenössische Ausdrucksformen projizierte.

 

 

 

über die Maßen herrlich

Werke von Marcel Dupré, Johann Sebastian Bach, Johann Ludwig Krebs, Jean-François Dandrieu, André Fleury, Max Reger, Sigfrid Karg-Elert und Jehan Alain

Christian Brembeck, Kaps-Orgel der Kirche Mariä Himmelfahrt zu Dachau

Querstand VKJK1804, Preiscode: CF, VÖ: 30.5.2018, 4025796018042

Fast 60 Jahre hatte es gedauert, bis die Kirche Mariä Himmelfahrt in Dachau im Jahr 2015 eine Orgel bekam, die in Größe und Klanggestalt dem weiten und ungewöhnlichen Kirchenraum angemessen ist. Erbaut wurde Mariä Himmelfahrt in den Jahren 1954 – 1956 im nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Stadtteil Dachau-Süd. Mit ihrer vollständig erhaltenen Ausstattung gilt sie als wichtiges Zeugnis der Baukunst der 1950er Jahre; inzwischen ist sie denkmalgeschützt.

2001 beschloss die Pfarrei einen Orgelneubau, nachdem sich die Staller-Orgel von 1959 als nicht mehr reparaturfähig erwies. Sechs Firmen waren um ein Angebot gebeten worden. Nach eingehender Prüfung entschied man sich für den Entwurf der Firma Orgelbau Christoph und Matthias Kaps aus Eichenau bei Fürstenfeldbruck (Bayern). Die Dachauer Orgel mit der Opuszahl 30 ist das bislang größte Instrument der 1986 gegründeten Werkstatt.

Am 25. Oktober 2015 konnte die klanglich und architektonisch ganz auf den Raum hin konzipierte und mit 41 Registern auf drei Manualen und Pedal großzügig dimensionierte neue Orgel feierlich eingeweiht werden. Klanglich ist das neue Instrument auf Ausgewogenheit und weitestgehende Natürlichkeit hin angelegt; trotz der auf den ersten Blick unspektakulären, quasi „universal“ anmutenden Disposition kann die Kaps-Orgel den allergrößten Teil der reichen Orgelliteratur überzeugend verlebendigen. Die von Christian Brembeck eingespielte erste CD an der neuen Orgel verdeutlicht dies mit einem beeindruckend weit gespannten Repertoirebogen: französische wie deutsche Werke von Barock bis zum 20. Jahrhundert.

 

 

 

Johann Sebastian Bach

Hohe Messe in h-Moll, BWV 232

Sämann, Schwarz, Göde, Hoffmann, Scheibner
Collegium Vocale Leipzig
Merseburger Hofmusik, Michael Schönheit

Querstand VKJK1808, Preiscode: CG (2 CD), VÖ: 30.5.2018, 4025796018080

Johann Sebastian Bach begann offenbar erst relativ spät mit der Komposition von lateinischen Messen. Noch bis zum Anfang der 1730er Jahre scheint er fast ausschließlich fremde Vertonungen des Messordinariums aufgeführt zu haben. Von den „vielen Messen“, die er nach Aussage des Ende 1750 verfassten Nekrologs geschaffen haben soll, sind lediglich fünf überliefert — und es bleibt ungewiss, welche dieser Werke zur Aufführung in Leipzig oder für auswärtige Auftraggeber bestimmt waren. Das betrifft insbesondere die Messe in h-Moll (BWV 232). Gewissheit besteht darin, dass der I. Teil dieser Messe (Kyrie und Gloria) für den Dresdner Hof bestimmt war. Bach behielt zwar die autographe Partitur in Leipzig zurück, überreichte aber einen Kurfürst Friedrich August II. dedizierten handschriftlichen Stimmensatz in der Elbmetropole, wo er sich Ende Juli 1733 für einige Tage aufhielt. Er wollte seiner Bitte um den Titel eines „Hofkompositeurs“ noch einmal Nachdruck verleihen. Eine offizielle Reaktion auf die Komposition, welche in ihren äußeren und inneren Dimensionen alle zuvor dargebotenen Messe-Vertonungen weit in den Schatten stellte, ist indes nicht bekannt. Und auch Bachs Titelgesuch blieb von Seiten des Hofes zunächst unbeantwortet. Mehr als drei Jahre mussten vergehen, bis man seiner Bitte, „den titul alß Compositeur von der Königlichen Hoff-Capelle“ zu erlangen, am 19. November 1736 in Dresden endlich nachgekommen ist.

Die Vervollständigung der Messe erfolgte im Zeitraum von August 1748 bis Herbst 1749 – vielleicht sogar bis zum Anfang des Jahres 1750. Ob das komplette Werk noch vor Bachs Tod zur Aufführung gelangte, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Generation von Bachs Söhnen und Schülern ist die Einzigartigkeit des Werkes wohl erst allmählich bewusst geworden. Die vorliegende Aufnahme des großen Werkes entstand im Dom zu Merseburg und feiert zugleich das 20-jährige Bestehen des vom Merseburger Domorganisten und Leipziger Gewandhausorganisten Michael Schönheit geleiteten Ensembles Merseburger Hofmusik und das 25-jährige Bestehen des Collegium Vocale Leipzig.

 

 

 

Die Weise von Liebe und Tod

Viktor Ullmann: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke
Anton Arensky: Drei Melodeclamationen, op. 68

duo pianoworte:
Helmut Thiele, Rezitation
Bernd-Christian Schulze, Klavier

Kaleidos KAL63412, Preiscode: CE, VÖ: 30.5.2018, 4260164634121

„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ von Viktor Ullmann gilt als einer der bedeutendsten Beiträge zur Kunstform des Melodrams. In einer neuen, beeindruckenden Interpretation des Werkes sowie mit der Weltersteinspielung der „Drei Melodeclamationen“ von Anton Arensky erweist sich das mehrfach preisgekrönte duo pianoworte als ideale Besetzung für diese hochpoetische „sprechende“ Musik.

 

 

 

Nocturnal

Anthony Holborne: The Honeysuckle; Muy Linda; The Night Watch; Countess of Pembroke’s Paradise; The Fairy Round
Edward Collard: Go From My Window; Hugh Aston’s Ground
Daniel Bacheler: Pavan
John Danyel: Mrs Anne Greneher Leaves be Green
Anon: The Flowers of the Forest; Remember me at Evening; The English Nightingale
William Byrd: Lullaby (arr. Francis Cutting)
Benjamin Britten: Nocturnal, after John Dowland, Op. 70 (arr. Jakob Lindberg)
John Dowland: A Dream; A Fancy; Orlando Sleepeth; Galliard to Lachrimae; Mr Dowland’s Midnight; Farewell
John Johnson: Passingmeasures Pavan; Carman’s Whistle; Good Night and Good Rest

Jakob Lindberg, Laute

BIS BIS-SACD-2082, Preiscode: CD, VÖ: 30.5.2018, 7318599920825

Jakob Lindberg, heute einer der weltweit gefragtesten Lautenisten, spielte zunächst sowohl Laute wie Gitarre. Als er sich nach sieben Jahren ganz für die historische Laute entschied, war dies nicht ohne Bedauern – auf der Gitarre arbeitete er da gerade an einem der Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts, Brittens „Nocturnal after John Dowland“. Als er später erfuhr, dass Britten eigentlich ein Stück für Laute schreiben wollte, begann er mit dem „Nocturnal“ auf der Laute zu experimentieren. Dies war die Keimzelle für dieses Album, das einen weiten Bogen schlägt von Elisabethanischer originaler Lautenmusik zu eben dem „Nocturnal“ von Britten.

 

 

 

Amerikanische Symphonien

Walter Piston: Symphony No. 6 (1955)
Samuel Jones: Symphony No. 3 „Palo Duro Canyon“ (1992)
Stephen Albert: Symphony No. 2 (1992)

London Symphony Orchestra, Lance Friedel

BIS BIS-SACD-2118, Preiscode: CD, VÖ: 30.5.2018, 7318599921181

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen amerikanische Komponisten, Symphonien zu schreiben – noch ganz in europäischer Tradition. Charles Ives gelang in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Emanzipation und Schaffung eines eigenständigen amerikanischen Stils, und seitdem hat sich das amerikanische Erbe weiter verselbständigt und verfeinert. Mit diesem Album präsentiert Lance Friedel am Pult des London Symphony Orchestra drei exemplarische Schöpfungen.

 

 

 

Kalevi Aho (*1949)

Bläserquintette:
Quintet No. 1 (12006)
Quintet No. 2 (2014)

Philharmonisches Bläserquintett Berlin

BIS BIS-SACD-2176, Preiscode: CD, VÖ: 30.5.2018, 7318599921761

Angesichts seiner mittlerweile 17 Symphonien und zahlreicher Opern und Konzerte vergisst man leicht, dass Kalevi Aho natürlich auch Kammermusik schreibt. Darunter finden sich über zehn Quintette für verschiedenste Instrumentenkombinationen. Zwei allerdings sind „normal“ besetzte Bläserquintette, hier vorgestellt vom Berliner Phiharmonischen Bläserquintett. Wobei die Musiker, höchst beeindruckt vom ersten Quintett, dass sie 2010 kennen lernten, ein zweites Werk bei Aho in Auftrag gaben. Ein Werk mit einem weiten Spektrum höchst ungewöhnlicher und innovativer Tonfarben und Stimmungen.

 

 

 

Albert Schnelzer (*1972)

Tales from Suburbia:
Crazy Diamonds (Cello Concerto) (2011)
Tales from Suburbia (2012)
Brain Damage (Concerto für Orchestra) (2014)

Claes Gunnarsson, Cello
Gothenburg Symphony, Benjamin Shwartz

BIS BIS-SACD-2313, Preiscode: CD, VÖ: 30.5.2018, 7318599923130

Schnelzer hat sich als einer der erfolgreichsten schwedischen Komponisten etabliert. Seine Inspirationen bezieht er aus Tanz und Literatur; er schreibt Musik voller pulsierender fiebriger Spannung und vibrierenden Rhythmen, zugleich mit einem Faible für fragile und lyrische expressive Momente. Typisch daher das zentrale und titelgebende Werk dieses Albums. Denn mit den „Geschichten aus der Vorstadt“ beschreibt Schnelzer die Spannung, den Übergang von Stadt zu Land, wo fixierte Strukturen auf organische Natur trifft und die Vergangenheit die Gegenwart. Die flankierenden Konzerte sind eine Verbeugung vor Pink Floyds Kultalbum „Dark Side of the Moon“; die Werktitel aus der Tracklist dieses Albums entnommen.

 

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