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Neuheiten vom 11.10.2017

 

Grandissima Gravita

Violinsonaten:
Johann Georg Pisendel: Sonate in C
Giuseppe Tartini: Sonate a-moll op. 2,5
Francesco Maria Veracini: Sonate g-moll op. 2,5 / Sonate d-moll op. 2,12
Antonio Vivaldi: Sonate A-dur op. 2,2

Rachel Podger, Violine
Brecon Baroque

Channel Classics CCSSA39217, Preiscode: CF, VÖ: 11.10.2017, 723385392170

Diese CD stellt Werke von vier Geigern vor, die, wie im Barock üblich, auch selbst komponierten. Alle bezogen sich auf Arcangelo Corelli, der das Modell der seinerzeit modernen Violinsonate entwickelt hatte. Da treffen stilisierte Tänze auf das improvisierte Präludium, und die Geiger kreieren sozusagen aus dem Nichts Strukturen und Melodien, die überraschen und begeistern. Alle vier Komponisten standen in Beziehung zueinander. Pisendel studierte bei Tartini und Vivaldi. Und er hatte einen Streit mit Verachini, der darin endete, dass Verachini aus dem ersten Stock von einem Balkon flog, sich den Fuß verletzte und seither humpelte. Was ihn nicht hinderte, Tartini mit seiner stupenden Bogentechnik zu beeindrucken. Der wiederum schloss sich darauf hin ein, um das selbst ungestört zu üben.

 

 

 

Sándor Veress und das ungarische Volkslied

Streichquartette Nrn. 1 und 2
Streichtrio
Lesung Sándor Veress
Mirjam Wiesemann im Gespräch mit Claudio Veress

Doelen Kwartet Rotterdam

Cybele CYBKIG009, Preiscode: EE (3 SACD), VÖ: 11.10.2017, 809548017125

Edition Künstler im Gespräch, vol. 9

Veress, aufgewachsen und ausgebildet in Budapest, emigrierte aus politischen Gründen als junger Mann nach Berlin, London und Rom, bevor er Ende der Vierzigerjahre in Bern Wurzeln schlagen und eine neue Heimat finden konnte. Das Thema der Verwurzelung beschäftigte ihn lebenslang, was sich besonders in seiner Feldforschung in den Dörfern der rumänischen Moldau zeigte. Er dokumentierte das ungarische Liedgut und reflektierte es in seinen Kompositionen, die geprägt waren durch kontrapunktische Tradition und freie Anwendung der Zwölftontechnik. Sehr aufschlußreich ist die Beleuchtung dieses so interessanten Lebens durch seinen Sohn Claudio im Gespräch mit Mirjam Wiesemann.

 

 

 

Französische Musik für Sopran und Bläser

Boieldieu: La fête du village volein
Rameau: Suite
Gounod: Szenen aus “Faust”, “Roméo et Juliette” / Marche funèbre
Bizet: Szenen aus “Carmen”
Debussy: La fille aux cheveux de lin
Petit: Gouttes d’eau
Offenbach: Aus “Robinson Crusoé”
Arban: Fantaisie Brillante
Catalani: Aus “La Wally”

Shigeto Hata, Sopran
Quintette Magnifica

Indésens INDE093, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 3760039831095

Höchst unterhaltsame Adaptionen bekannter Werke, vorgestellt durch ein höchst brillantes Bläserquintett, das der schönen, klaren Stimme von Shigeto Hata einen virtuosen Teppich ausbreitet.

 

 

 

Philippe Chamouard

Le manuscrit des etoiles (Symphonie Nr. 5)
Le portail celeste

Orchestre Philharmonique „Mihail Jora“ de Bacau, Alain Pâris

Indésens INDE099, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 3760039831200

Kennzeichnend für die Werke des 1952 in Paris geborenen Komponisten ist der immer zu findende inhaltliche „rote Faden“. Das Thema von Chamouards 5. Symphonie ist der Weg der Menschheit vor dem Hintergrund des Universums – eines der Hauptwerke des Komponisten. Dazu passt inhaltlich das „Portail celeste“, in dem es um die Suche der Menschen nach dem göttlichen Licht geht.

 

 

 

Tête à Tête

Musik von Jones, Coleman, Legrand, Berlin, Gershwin, Churchill, Caens, Mangione, Farmer, Sondheim, Jobim, Rocheman u.a.

Thierry Caens, Trompete
Manuel Rocheman, Klavier

Bento BT001, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 3760039831224

Das Zusammentreffen eines meisterhaften Trompeters, eigentlich in der Welt der Klassik zu Hause, mit einem großartigen Jazzpianisten. Ergebnis: höchst unterhaltsam.

 

 

 

Joseph Haydn

Cellokonzerte:
C-dur Hob. VIIb.1
D-dur Hob. VIIb.2

Xenia Jankovic, Cello und Leitung
St George Strings

Calliope CAL1741, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 3760039833129

Immer wieder aufs Neue sind die beiden Cellokonzerte Haydns eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und Freude – sowohl für Interpreten wie Hörer. Hier sind sie in einer interessanten und schönen Fassung ausschließlich für Streicher zu hören.

 

 

 

Esaias Reusner d. J. (1636-1679)

Les Accords Nouveaux IV:
Suiten aus “Delitiae Testudinis” (1667) und “Neue Lautenfrüchte” (1676)

Sigrun Richter, Laute

Ambitus AMB96970, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 4011392969703

Esaias Reusner Junior gilt als erster bedeutender deutscher Meister der Lautensuite. Reusner übernimmt den französischen style brisé, auch stellt er nach französischer Art einigen seiner Suiten ein prélude non mesuré voran. Doch seine musikalische Sprache, die sich zwar an den vorherrschenden französischen Stil anlehnt, setzt sich aber zugleich von ihm ab. Die Farbigkeit der Harmonien und auch das Cantabile sind für Esaias Reusner Junior die musikalischen Elemente, die er mit der Eleganz des französischen Stils verflechten möchte.

Aber was hat Reusner noch mit Accords Nouveaux zu tun?

In der Zeit von Esaias Reusner dem Jüngeren können die accords nouveaux kein neues Phänomen mehr gewesen sein. Das Experimentieren mit der Lautenstimmung begann in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts auf Initiative der französischen Lautenisten. Esaias Reusner Junior kannte sicherlich die Werke seiner französischen Vorgänger in accords extraordinaires oder accords nouveaux. Da aber zu seiner Zeit die Lautenstimmung in d-Moll längst etabliert war, wird seine Intention, die Spielchöre der Laute anders zu stimmen, eine andere gewesen sein. Die Praxis zeigt, dass sich je nach Stimmung die Resonanz und somit die Klangfarbe der Laute deutlich verändert. Und dieses Ausdrucksmittel der neuen Klangfarbe scheint Reusners Absicht zu sein.

Die vorliegende Einspielung, die vierte in der Reihe „Les Accords Nouveaux“ von Sigrun Richter, stellt die unterschiedlichen Facetten von Reusners Schaffen einander gegenüber.

Wie die CD hören lässt, verwendet Reusner die Skordaturen und unterschiedlichen Tonlagen der Laute, um durch besondere Klangfarben den Ausdruck seiner Musik zu vertiefen.

 

 

 

augustes auspices

Johann Sebastian Bach: Sei Solo à Violino senza Basso accompagnato
Johann Paul von Westhoff: 6 Suites (1696)

Rachel Harris, Violine

Ambitus AMB96987, Preiscode: FC (3 CD), VÖ: 11.10.2017, 4011392969871

Zwei Violinvirtuosen einander gegenüber gestellt, zwei Gipfel der Soloviolinliteratur des Barock. Die CD »augustes auspices« erzählt ihre spannenden Entstehungsgeschichten und stellt die Frage: Was wäre gewesen, wenn der junge Bach den älteren Westhoff in Weimar nicht getroffen hätte? Ist es Westhoff, dem wir verdanken, dass es Bachs Sonaten und Partiten gibt?

Westhoffs technisch hochanspruchsvolle Solostücke spielten höchstwahrscheinlich eine wichtige musikalische Rolle für den jungen 18-jährigen Bach, der zu jener Zeit im „Roten Schloß“ in Weimar Geige und Bratsche spielte. Ebenso die Nachbarschaft von Bachs Arbeitsplatz und Westhoffs Haus lädt zu der Annahme ein, dass die beiden Gipfelstürmer der Werke für Solovioline einander getroffen haben müssen. Nach nur wenigen Monaten verließ Bach Weimar, kehrte jedoch 1708 zurück und wohnte in Westhoffs ehemaligem Haus, jetzt besser bekannt als das Haus von J.S. Bach. Ist dies also der Ort, wo die ersten Samen für die Sonaten und Partiten von Bach gesät wurden? Westhoff war gewiss der letzte Repräsentant der norddeutschen Violinschule des 17. Jahrhundert, den Bach kennenlernen sollte.

Und welcher historisch-politische Aspekt verbirgt sich hinter dem Wortspiel »augustes auspices«, was soviel bedeutet wie „kaiserliche Vorboten“ oder „monarchischer Schutz“?

Rachel Harris beleuchtet „hörbar“ sämtliche Aspekte mit ihrem klanglich ausgefeilten, präsenten und hochvirtuosem Spiel, gibt chromatischen Sätzen eine wundervolle Würze und interpretiert die orchestrale Schreibweise beider Komponisten für ein einzelnes Instrument ungemein eindrucksvoll.

Erstmals sind beide Sammlungen jetzt in Kombination auf 3 CDs zu hören.

 

 

 

Requiem

Max Reger: Requiem, op. 144b
Johannes Brahms: “O Welt, ich muss dich lassen”, op. 122,3 und 122,11
Max Reger: Vorspiel “Komm, süßer Tod”
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem, op. 45

Jana Reiner, Sopran
Marie Henriette Reinhold, Alt
Tobias Berndt, Bariton
Denny Wilke, Orgel
Merseburger Hofmusik
Ukrainischer Nationalchor Dumka, Michael Schönheit

Querstand VKJK1717, Preiscode: CG (2 CD), VÖ: 11.10.2017, 4025796017175

Als im September 2013 der Nationalchor der Ukraine DUMKA mit der großen Vesper op. 37 von Sergej Rachmaninoff in Mühlhausen und Merseburg zu Gast war, ahnte noch keiner, dass sich seit diesen fulminanten Konzerten eine tiefe künstlerische Freundschaft zwischen den Kollegen aus der Ukraine und Mitteldeutschland entwickeln würde. Mit völliger Selbstverständlichkeit singt der ukrainische Chor meisterhaft Werke in Fremdsprachen, so auch auf Deutsch.

Kurz darauf war die Idee geboren, DUMKA erneut nach Deutschland einzuladen, mit dem sogenannten Hebbel-Requiem von Reger und dem Deutschen Requiem von Brahms. Am 16. September 2016 wurde nach 50 Jahren erstmals das Brahms-Requiem in Mühlhausen wieder aufgeführt. Der Live-Mitschnitt des MDR, außer den beiden Requien noch drei Orgelwerke von Brahms und Reger umfassend, liegt nunmehr als Doppel-CD vor.

Die Besonderheit dieser Konzerte und der CD: Die Merseburger Hofmusik spielt auf Instrumenten der Brahms- und Reger-Zeit. Zum größten Teil handelt es sich hierbei um Originalinstrumente, aber auch um Kopien von Vorlagen originaler Instrumente. Der größte Wandel in der Technik der Instrumente innerhalb der Brahms- und Reger-Zeit vollzog sich im Bereich der Trompeten und Hörner. Das führt bei der vorliegenden Aufnahme dazu, dass im Deutschen Requiem von Johannes Brahms Naturhörner und Naturtrompeten erklingen, im Requiem op. 144b von Max Reger hingegen die zu dessen Entstehungszeit modernen Ventilhörner und Ventiltrompeten.

So entstand unter Verwendung des historischen Instrumentariums und durch die entsprechende Besetzungsgröße ein Klang, welcher der Situation der zweiten Hälfte des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts entspricht. Die Aufführung des Requiems op. 144b ist wahrscheinlich die erste Aufführung eines Chor-Orchester-Werkes von Max Reger mit sogenannten historischen Instrumenten.

 

 

 

Usedom querfeldein

Musik von Paccard, Sombrun, Habermann, Néhul, Lavigne, Gryer, Bachelard, Weber, Wunderer, Spontini, Schantl, Comte u.a.

Jagdhornbläser Usedom, Oliver Kersken

Arcantus ARC17009, Preiscode: CE, VÖ: 11.10.2017, 4260412810093

Die vorliegende CD versammelt Musik für Parforcehörner in Es aus ganz unterschiedlichen Epochen und Kulturen. Im Zentrum stehen dabei die jagdmusikalischen Traditionen des deutschsprachigen Raums und Frankreichs. Die “Fanfares nouvelles” von Marquis de Dampierre aus der Mitte des 18. Jahrhunderts bilden dabei mit den Werken noch lebender Komponisten wie Heinrich, Paccard oder Comte die zeitliche Klammer. Große, bildhafte Fantaisies wie “Hommage au Château de Sully”, “La Mort de Roland” oder “Le Moulin de la Vierge” stehen Ausschnitten aus Opern wie dem berühmten Jägerchor aus Webers “Der Freischütz” oder der Bearbeitung der Ouvertüre zu Méhuls “La Chasse du Jeune Henri” ebenso gegenüber wie “Des Jäger Wanderliedchen des Österreichers Wunderer” oder die Bearbeitung des Volksliedes “Kein schöner Land”. Jagdfanfaren in kleinerer Besetzung wie “La Bien Amicale” oder “La Stolpe” runden neben Auszügen aus Hubertusmessen wie “Sanctus” und “Bénédiction de l’Équipage” von Rochard das vielfältige und farbenreiche Bild der Jagdmusik auf dieser Aufnahme ab.

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