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Neuheiten vom 20.9.2017

 

Venazzio Rauzzini (1746-1810)

Opernarien und -szenen:
Kantate “Piramo e Tisbe”
Le Ali d’amore
L’Eroe cinese

Meredith Hall, Stefanie True, Sopran
Capella Savaria, Mary Térey-Smith

Centaur CRC3416, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747341620

Rauzzini war als Sänger, Komponist und Konzertdirektor aktiv. Seine Karriere begann er 1765 in Rom als Kastrat; schnell gelang es ihm, sich an wichtigen Opernzentren Italiens sowie in Wien und München zu etablieren. 1772 gab er den Cecilio bei der Premiere von Mozarts „Lucio Silla“. Mozart war von ihm so begeistert, dass er für ihn „Exsultate, jubilate“ schrieb. 1774 wurde Rauzzini festes Mitglied des King‘s Theatre in London; er verbrachte dort den Rest seines Lebens als Sänger, Konzertdirektor, Komponist und höchst beliebter Gesangslehrer. In seinen Kompositionen ist das Vorbild Willibald Glucks spürbar: einfache Melodien, dichte Anbindung an den Text, keine exzessive Virtuosität.

 

 

 

 

François Couperin

Sämtliche Pièces de Clavecin, vol. 2:
Huitiême Ordre
Dixseptiéme Ordre
Vingt-Troisiéme Ordre

Mark Kroll, Cembalo

Centaur CRC3514, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747351421

Von Mitte des 17. bis Ende des 18. Jahrhunderts pflegten die Clavecinisten am und um den französischen Hof einen so typischen universellen Stil, dass man oft nur bei sehr genauer Kenntnis der Personalstile sie überhaupt auseinanderhalten kann. Cembalomusik erfreute sich immenser Beliebtheit beim französischen Adel und Bürgertum, so dass dutzende von Sammlungen mit „Pièces de clavecin“ erschienen. Den Höhepunkt an Kunstfertigkeit in dieser Reihe verkörpert François Couperin, der schon von den Zeitgenossen „Le Grand“ genannt wurde. Seine vier Sammlungen mit Cembalosuiten schrieb er zwischen 1713 und 1730. Wie für das Genre typisch, handelt es sich weithin um Programmmusik: Personen, Orte, aber auch Gegenstände werden musikalisch betrachtet und beschrieben. „Ich hatte immer ein Subjekt im Kopf, wenn ich diese Stücke schrieb. Die Titel korrespondieren zu den Ideen, die ich hatte. Die Stücke sind Portraits, die unter meinen Fingern entstanden...“ Auch wenn wir gerade die beschriebenen Personen natürlich nicht mehr kennen: das ist höchst unterhaltsame Musik.

 

 

 

Beliebte Meisterwerke für Flöte

Harty: In Ireland
Griffes: Poem
Doppler: Fantaisie Pastorale Hongroise
Reinecke: Ballade in d
Chaminade: Concertino für Flöte und Orchester

Margaret Cornils Luke, Flöte
Philharmonic Chamber Orchestra of London, Christopher Petrie

Centaur CRC3526, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747352626

Musik der Romantik und Spätromantik aus England, Deutschland und Frankreich. Wobei der Titel meint: Musik, die zu ihrer Zeit höchst beliebt war. Wobei man beim Anhören dieser CD auch versteht, warum. Das sind eingängige Bravourstücke von großer kompositorischer Qualität.

 

 

 

Klaviertranskriptionen

Prokofjew: Romeo et Juliet
Schumann/Liszt: Widmung
Gershwin/Wild: Seven Virtuoso Etudes
Bizet/Horowitz: Variationen über “Carmen”
Saint-Saëns/Godowsky: Der Schwan

Michael Adcock, Klavier

Centaur CRC3534, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747353425

Seit der Zeit Johann Sebastian Bachs sind Klaviertranskriptionen als Genre etabliert und geschätzt; ihren Höhepunkt erreichte die Form sicherlich mit den komplexen, virtuosen und schon fast an Neuschöpfungen gemahnenden Bearbeitungen Franz Liszts. Wobei der Reiz der Transkription nicht nur die Auseinandersetzung eines Virtuosen mit einer effektvollen Vorlage war (und ist), sondern in Zeiten, die keine Musikaufzeichnung kannte, auch einen ganz praktischen Zweck hatte: die Transkription großformatiger Werke in einen „Klavierauszug“ war die einzige Chance, sich diese Musik häuslich anzueignen.

 

 

 

 

Kammermusik für Horn

Beethoven: Sonate op. 17 für Horn und Klavier
Brahms: Trio op. 40 für Horn, Violine und Klavier
Rossini: Präludium, Thema und Variationen für Horn und Klavier

Stefan Blonk, Naturhorn
Frank Polman, Violine
Riko Fukuda, Fortepiano

Centaur CRC3558, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747355825

Der Terminus „Naturhorn“ kam auf, als das ventillose Horn im Zuge der Etablierung historischer Aufführungspraxis wieder Einzug in die musikalische Praxis hielt. Korrekter wäre es eigentlich, von einem „Inventionshorn“ zu sprechen mit Bezug auf die Invention durch Hampel zwischen 1750 und 1760 (Veränderung der Handposition im Schalltrichter zur Tonänderung). Dies war nur möglich dank einer Veränderung des Äußeren. Der Schalltrichter musste hierzu ja in Reichweite der Hand des Spielers liegen, und es kamen verschiedene Bögen und ein Zug zur Stimmung des Instruments hinzu. In dieser Form blieb das Instrument das ganze 19. Jahrhundert hindurch, weshalb es reizvoll ist und Sinn macht, Musik von Beethoven bis Rossini auf dem „Naturhorn“ zu spielen. Denn wenn auch das Ventilhorn bereits 1817 erfunden wurde, blieben viele Musiker doch beim ventillosen Inventionshorn, und auch manche Komponisten bevorzugten das Klangspektrum dieser Instrumentenvariante – so z. B. Johannes Brahms.

 

 

 

Sonaten und Variationen

Jongen: Sonata Éroica, op. 94
Brahms (Laurin): Händelvariationen, op. 24
Reubke: Sonate über den 94. Psalm

Joby Bell, Orgel

Centaur CRC3559, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747355924

Die Idee zu diesem Album entstand, als Joby Bell die großartige Adaption der beliebten Brahmsschen Händel-Variationen von Rachel Laurin kennen lernte. Auf der Suche nach passenden Begleitern stieß er schnell auf die Werke von Jongen und Reubke, alles großformatige, monothematische Musik. Der Organist sieht als bedeutenden Mitspieler aber auch die dreimanualige Orgel aus der Werkstatt Fritts & Co., die in der St. Philip Presbyterian Church in Houston, Texas, aufgestellt ist. Denn die vielfältigen Möglichkeiten der Klanggestaltung an dieser Orgel haben die Interpretation dieses interessanten Repertoires bereichert und erweitert.

 

 

 

Ottorino Respighi: Das junge Genie

Klavierkonzert a-moll
Klaviersonate f-moll
Aus “Sechs Stücken für Klavier”: Valse Caressante

Antonio Pompa-Baldi, Klavier
Evansville Philharmonic Orchestra, Alfred Savia

Centaur CRC3562, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747356228

Schon kurz nach Abschluss seiner Ausbildung, 1902, vollendete Respighi sein Klavierkonzert in a-moll. Da finden sich leichte Anklänge an Schumann und Grieg in Struktur und Themen, aber das Werk zeigt auch schon die starke lyrische Ader des Komponisten und seine Affinität zur Dramatik, wie sie für die Opernkomposition vonnöten ist. Die meisterhafte Orchestrierung wiederum ist deutlich von Rimsky-Korsakow beeinflusst, bei dem Respighi kurz vorher zwei Monate lang studiert hatte. Noch früher (1897) entstand die Klaviersonate f-moll; da war der Komponist gerade 18 Jahre alt. Ein typisches Jugendwerk, leidenschaftlich und romantisch. Auch hier schon ein starkes lyrisches Moment, harmonische Originalität und reiche melodische Erfindung. Der Valse caressante, der diese Aufnahme beschließt, ist ein elegantes Salonstück, um 1903 herum komponiert. Hier zeigt sich der Komponist in einem leichteren, aristokratischen und ein wenig melancholischem Stil.

 

 

 

Wiener Streichtrios

Julius Zellner: Trio c-moll, op. 36
Richard von Perger: Trio d-moll, op. 12

Concordia String Trio

Centaur CRC3564, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747356426

Zellner (1832-1900) wirkte in Wien als Klavierlehrer und Komponist. Seine Werke wurden von Johannes Brahms und Robert Fuchs sehr geschätzt, und er siegte bei prestigeträchtigen Wettbewerben: 1887 gewann er den Preis der Wiener Komponistengesellschaft und 1889 den Beethoven-Preis. Er schrieb Sinfonien, ein Klavierkonzert und zahlreiche Kammermusikwerke; das meiste davon wurde zu seinen Lebzeiten auch publiziert. Ende des 19. Jahrhunderts gehörte der heute zu Unrecht Vergessene zu den meistgeschätzten Komponisten Wiens. – Richard von Perger (1854-1911), aus Graz stammend, studierte in Wien u.a. bei Johannes Brahms, der in stilistisch stark beeinflusste. Er wirkte als Direktor des Wiener Konservatoriums, des Wiener Chorvereins und der Gesellschaft der Musikfreunde. Vor allem für seine Kammermusik wurde er zu Lebzeiten gerühmt. Das Streichtrio d-moll wurde 1888 veröffentlicht und gehört fraglos zu den besten spätromantischen Werken für diese Besetzung.

 

 

 

Maurice Ravel

Sämtliche Klavierwerke:
Miroirs; Gaspard de la Nuit; Sonatine; Valses nobles et sentimentales; Sérénade Grotesque; Le tombeau de Couperin; Pavane pour une infante défunte; Jeux d’eau; Menuet antique, Menuet en ut diese; Menuet sur le nom d’Haydn; À la maniere de...; Paraphrase sur un air de Gounod; Prélude

Larissa Dedova, Klavier

Centaur CRC3581, Preiscode: EB (2 CD), VÖ: 20.9.2017, 044747358123

1901 veröffentlichte der Verleger Max Eschig ein Klavierstück „Jeux d‘eau“ aus der Feder eines recht unbekannten sechsundzwanzigjährigen Komponisten namens Maurice Ravel. Ein ganz wichtiges Werk für die weitere stilistische Entwicklung Ravels und ein Meilenstein nicht nur der Klaviermusik. „Jeux d’eau“ beeinflusste den 13 Jahre älteren Debussy wie auch nahezu alle anderen Komponisten, die sich mit Klaviermusik befassten, und kann als Grundstein für den Impressionismus in der Musik gelten. Und Ravel rückte damit an die Spitze der damaligen Avantgarde. Als Klavierkomponist bekannt wurde er allerdings zunächst mit einem Werk, das er selbst gar nicht so besonders schätzte: der „Pavane für une infante défunte“.

 

 

 

Sergej Tanejew

Streichquartette:
Nr. 2, op. 5
Nr. 6, op. 19

The California String Quartet

Centaur CRC3589, Preiscode: CE, VÖ: 20.9.2017, 044747358925

Außerhalb Russlands wurde Tanejew seit seinem Tod 1915 nicht groß zur Kenntnis genommen. Das ändert sich aber derzeit; der Komponist wird als wichtiges Bindeglied zwischen seinem Lehrer und engen Freund Peter Tschaikowsky und seinen Studenten Alexander Skrjabin und Sergej Rachmaninow erkannt. Tschaikowsky bezeichnete Tanejew als „russischen Bach“ wegen seiner meisterhaften Beherrschung des Kontrapunkts. Und doch wirkt er heute eigentlich mehr als „russischer Brahms“ mit seinen massiven Texturen, der instrumentalen Interaktion, dem Bezug auf westeuropäische Kompositionstechniken und seinem Platz innerhalb der Romantik in Bezug auf die Zeitskala. Zugleich aber ist seine Melodik typisch russisch, wie insbesondere die beiden hier interpretierten Quartette zeigen.

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