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Neuheiten vom 12.7.2017

 

Rudolf Mauersberger

Geistliche Sommermusik:
Introitus / Gottes Werk im Frühsommer / Gottes Majestät am Firmament / Wachstum und Ernte / Litanei und Trost / Verheißung / Beschluß

Friederike Beykirch, Sopran
Nanora Büttker, Alt
Markus Kaufmann, Orgel
Singakademie Dresden, Ekkehard Klemm

Querstand VKJK1708, Preiscode: CF, VÖ: 12.7.2017, 4025796017083

Die Besinnung auf Gottes Natur und Schöpfung lag „in der Luft“: Bei den Aufführungen der Geistlichen Sommermusik im Jahr 2015 konnten die Künstler  nicht ahnen, dass fast parallel dazu Papst Franziskus mit einer eindringlichen Enzyklika zu Umweltfragen Stellung nehmen und die Mahnung in die Welt senden würde, die Erde nicht zur Müllhalde verkommen zu lassen. Dies korrespondiert mit dem, was Künstler und Musiker in ihren Werken immer wieder thematisieren. Zu ihnen gehörte auch Kreuzkantor Rudolf Mauersberger (1889 – 1971). In seiner Geistlichen Sommermusik stehen das Lob der Natur und die Verpflichtung der Menschen, sie als Gottes Schöpfung zu ehren, im Vordergrund. Dies ist umso erstaunlicher, als diese Botschaft kurz nach dem Zweiten Weltkrieg alles andere als auf der Hand lag. Sie zeugt von dem tiefen Glauben des Komponisten, mit dieser Haltung Frieden und Versöhnung auch in die Herzen der Menschen bringen zu können.

Der Komponist knüpft inhaltlich an die Kunst des von ihm verehrten Heinrich Schütz an. Sein Stil ist aber – trotz einiger modernerer Passagen – von der Romantik geprägt. Entsprechend ließ Mauersberger seine Stücke stets in großer Besetzung singen. Er spielt allerdings mit den Gegensätzen unterschiedlicher Größe der Chöre und mit der Besonderheit des Altarchores. Dies nachzuempfinden war für die Aufnahme wichtig. Die jungen Stimmen des Kinderchores wurden deshalb bei den Passagen des Altarchores verstärkend hinzugezogen, wodurch ein besonders frischer und kindlicher Eindruck entsteht, der etwas an die Aufführungen eines Knabenchores erinnern möge. Die Singakademie ist mit ca. 75 Sängerinnen und Sängern plus 25 Jungen und Mädchen groß besetzt und möchte damit auch den breit aufgestellten romantischen Ansatz wiedergeben, den Mauersberger selbst gepflegt hat.

Mit der Aufführung des 1948 komponierten Werkes setzt die Singakademie das Engagement für eine bedeutende Stimme in der Kirchenmusik der Nachkriegszeit fort.

 

 

 

Walter Wachsmuth (1882-1964)

Eine musikalische Soirée im Salon:
Venezianisches Gondellied / Misericordia / Impromptu / Dämmerung / Spanischer Tanz / Waldmärchen / Kleopatra u.a.

Julia Parusch, Violine
Cornelia Weiss, Klavier

Kaleidos KAL63372, Preiscode: CE, VÖ: 12.7.2017, 4260164633728

Salonmusik im besten Sinne von einem (fast) vergessenen Komponisten: Im Geiste der Spätromantik schrieb Walter Wachsmuth Charakterstücke für Violine und Klavier, hier erstmals eingespielt von der in Kasachstan geborenen Violinistin Julia Parusch und ihrer Klavierpartnerin Cornelia Weiß. Eine musikalische Soirée im Salon... romantisch, leidenschaftlich, beseelt.

 Wer von 1882 bis 1964 lebte, hat zumindest zwei kulturelle Zeitenwenden erlebt: jene von der Romantik zur frühen Moderne und schließlich die von dort zum Heute, zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und der Neudefinition des Kulturbegriffs. Walter Wachsmuth, Violinist aus Braunschweig, hatte diese Lebensdaten. Weil er nicht nur ausübender Künstler, sondern auch Komponist war, blieben die schöpferischen Zeugen dieser Stil- und Lebenswenden auf Notenpapier erhalten.

Walter Wachsmuth komponierte vor allem Charakterstücke für Kammermusikbesetzung mit Schwerpunkt auf sein Instrument, die Violine. Insbesondere derartige „musikalische Stimmungsbilder“ findet man häufig in seinem Werk. Es sind kürzere Stücke, die – anders als in der Programmmusik – nicht eine ganze Handlung beschreiben, sondern vielmehr ihre Wirkung aus der Darstellung einer Stimmung ziehen; musikalische Poesie, in der versucht wird, außermusikalische Inhalte mit musikalischen Mitteln zu beschreiben. Und so entsprang auch die Auswahl der auf dieser CD präsentierten Charakterstücke für Violine und Klavier dem Geist der Poesie – Stimmungsbilder zwischen Spätromantik, Salon und Moderne …

 

 

 

Glenn Gould in Russland

spielt Werke von Bach, Berg, Webern, Krenek und Beethoven

Glenn Gould, Klavier
Leningrader Philharmoniker, Ladislav Slovak

UraniaArts WS121326, Preiscode: BD (2 CD), VÖ: 12.7.2017, 8051773573262

Unter den wenigen Tourneen des Glenn Gould außerhalb Nordamerikas ist diese von 1957 die bekannteste. Neben den Konzerten in Berlin, wo er das dritte Klavierkonzert von Beethoven mit Karajan aufführte, hielt Gould Meisterklassen in Russland ab, und zwar über Rundfunk und Fernsehen. Diese zwei CDs folgen der Tournee Schritt für Schritt. Es beginnt mit Rundfunkaufnahmen von – damals – zeitgenössischer Musik von Krenek, Berg und Webern (neben dem gerade für Gould unverzichtbaren Bach). Auf der zweiten CD folgen dann zwei großartige Liveaufnahmen mit dem 1. Cembalo (Klavier) Konzert von Bach und dem 2. Klavierkonzert von Beethoven. Hervorragende Klangqualität.

 

 

 

Gaetano Donizetti

La figlia del reggimento

Gardino, Fioravanti, Campora, Moffo, Cassinelli, Rovetta, Frascati
Orchestra Sinfonico e Coro di Milano della RAI, Franco Mannino

UraniaArts WS121331, Preiscode: BD (2 CD), VÖ: 12.7.2017, 8051773573316

 „Die Regimentstochter“ in der italienischen Fassung von Callisto Bassi hat keine sehr umfangreiche Diskographie (herausragend noch die Nuova Era-Veröffentlichung von 1990). Diese Interpretation, die noch 30 Jahre weiter zurückliegt, ist vor allem aus zwei Gründen von Interesse: zum einen wegen der qualitativ überragenden Aufnahme durch die RAI (die keinen Vergleich mit Studioaufnahmen zu scheuen braucht), zum anderen durch die herausragende Präsenz zweier Künstler. Anna Moffo stand noch am Anfang ihrer Karriere (sie war gerade mit einer Falstaff-Produktion mit Karajan befasst); ganz anders der etablierte Franco Mannino, der in großartiger Weise die Soundtracks zu Luchino Viscontis Filmen komponierte und einspielte. Als Bonus bietet das Doppelalbum noch das EMI-Debüt der Moffo, genauer: ihr Recital mit Arien von Mozart, Donizetti und Bellini, von Walter Legge für Columbia produziert.

 

 

 

Atem der Statuen

Werke für Klarinette und Klavier
Johannes Brahms: Sonate Es-dur op. 120,2 / Sonate f-Moll op. 120,1
Alban Berg: Vier Stücke op. 5
Robert Schumann: Fantasiestücke op. 73
Sven-Ingo Koch: Hommages

Chen Halevi, Klarinette
Noam Greenberg, Klavier

Cobra COBRA0057, Preiscode: CD, VÖ: 12.7.2017, 8713897904086

Diese Einspielung beginnt und endet mit jeweils einer der unsterblichen Sonaten von Johannes Brahms, die über das Repertoire für Klarinette hinaus Meilensteine der romantischen deutschen Kammermusik des 19. Jahrhunderts sind. Das Zentrum bilden Schumanns Fantasiestücke, und Brahms und Schumann werden ergänzt und kontrastiert durch zwei spätere Werke. Zum einen Alban Bergs „Vier Stücke“, die ihrerseits eine wichtige Rolle im neueren Klarinettenrepertoire einnehmen und ihre Wurzeln durchaus noch in der deutschen Romantik haben. Zum anderen bietet die CD eine Ersteinspielung mit Sven-Ingo Kochs „Hommages“, sehr expressive Musik, die sich so in das übrige Repertoire nahtlos einfügt. All das vorgetragen von Chen Halevi, heute einem der weltweit führenden Klarinettisten, der gleichermaßen im „alten“ wie im „neuen“ Repertoire zu Hause ist und viele Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten hat und pflegt. Darüber hinaus ist er ein gefragter Lehrer und ist Professor für Klarinette an der Musikhochschule in Trossingen.

 

 

 

Terra

Streichquartette
Béla Bartók: Quartett Nr. 2, op. 17
Alberto Ginastera: Quartett Nr. 1, op. 20
Rodolfo Halffter: Ocho Tientos, op. 35

Cuarteto Quiroga

Cobra COBRA0059, Preiscode: CD, VÖ: 12.7.2017, 8713897904093

 „Alle Musik ist Volksmusik“, stellte Louis Armstrong einmal fest. Und er wandte sich damit bewußt gegen die Tendenz, Musik in Schubladen einzusortieren. Wenn in einem Stück ein Dudelsack verwendet wird, ist es Volksmusik, kommt eine Djembé vor, ist es Weltmusik, und Gitarren, insbesondere elektrisch verstärkte, bedeuten natürlich Popmusik. Aber wenn Schubert Ländler transkribiert oder Haydn tanzbare Menuette schreibt, handelt es sich selbstverständlich um „ernste“ oder „klassische“ Musik. Vor diesem Hintergrund ist „Terra“ ein sehr sorgfältig gewählter Titel für diese CD. Er soll signalisieren, dass die Komponisten, die sich hier versammeln, im besten Sinne „geerdet“ sind und ihre Bezüge zur Volksmusik als Wurzeln ihrer Inspiration nicht verleugnen. Dabei wird der Ungar Bartók flankiert von einem Argentinier katalanischen Ursprungs, Alberto Ginastera, und von dem in Madrid geborenen Rodolfo Halffter, der Spanien am Ende des Bürgerkriegs verließ und ins mexikanische Exil ging. Und trotz dieser biographischen Unterschiede lassen sich in den drei Werken erstaunliche Gemeinsamkeiten finden, was ihre Ästhetik und ihren Gestus betrifft. – Das Cuarteto Quiroga gilt als eines der dynamischsten und aktivsten Kammermusik-Ensembles der neuen europäischen Generation und hat durch seine kraftvollen und innovativen Interpretationen internationale Anerkennung erhalten. Auszeichnungen erhielt das Ensemble bei berühmten Wettbewerben unter anderem in Bordeaux, Peking, Genf, Paris, Barcelona und in Reggio Emilia. Seit 2014 ist das Ensemble Quartet in Residence im Palacio Real de Madrid und hat das Privileg, einige Male im Jahr die einzigartige Stradivarius-InstrumentenSammlung vor einem Publikum zum Klingen zu bringen. Die vier Musiker unterrichten an der International Summer Academy von Llanes in Asturien und haben den Streichquartett-Lehrstuhl am Conservatorio Superior de Música de Aragón in Zaragoza inne, geben Meisterkurse und unterrichten beim Spanish National Youth Orchestra (JONDE).

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