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Neuheiten vom 24.5.2017

 

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996)

Sonaten für Violine solo:
Nr. 1 op. 82
Nr. 2 op. 95
Nr. 3 op. 126

+ Alfred Schnittke: Fuge für Violine solo

Renate Eggebrecht, Violine

Troubadisc TRO-CD01450, Preiscode: CE, VÖ: 24.5.2017, 4014432014500
(Violin Solo vol. 9)

Alle drei Violinsolosonaten von Mieczyslaw Weinberg auf einer CD zu vereinen, macht unbedingt Sinn, kommen die direkten Verbindungen zwischen der Musik und den Lebensumständen des russischen Komponisten dadurch doch umso plastischer zur Geltung. „Viele meiner Werke“, so bemerkte Weinberg, „befassen sich mit dem Thema des Krieges. Dies war leider nicht meine eigene Wahl. Es wurde mir von meinem Schicksal diktiert, vom tragischen Schicksal meiner Verwandten. Ich sehe es als meine moralische Pflicht, vom Krieg zu schreiben, von den Gräueln, die der Menschheit in unserem Jahrhundert widerfuhren.“ Weinbergs erste Violinsonate datiert von 1964. Zwar waren seine existenziellen Nöte zu dieser Zeit einer gewissen Konsolidierung und Sicherheit gewichen, von einer glücklichen Phase kann indes keine Rede sein. Die Erinnerungen an einschneidende Ereignisse seines Lebens zeigten ungebrochen ihre Präsenz an, und an der Isolation Weinbergs und der mangelnden öffentlichen Wahrnehmung seiner Werke hatte sich bis dato fast nichts geändert. 1967, ein Jahr bevor er seine mittlerweile gerühmte Oper „Die Passagierin“ vollendete, hatte sich Weinberg erneut der Solosonate zugewandt. Die Nummer 2 knüpft zum einen in ihrer Komplexität an die Nr. 1 an, ja, steigert diese noch. Zwölf Jahre später, 1979, entstand Weinbergs dritte und letzte Sonate für Violine solo. Das in einem Satz durchkom­ponierte Werk ruft ein ebenso bedrückendes wie berückendes Wechselbad emotionaler Regungen hervor. Es gönnt dem Hörer auf der „Reise“ durch spröde Klangwelten kaum eine Entspannung, kaum eine Ruhepause – und beschert in der Interpretation von Renate Eggebrecht zugleich klanglichen Hochgenuss.

 

 

 

Colin Mawby (*1936)

Reformationskantaten:
Da pacem, Domine
Homage to Lucas Cranach

Grit Wagner, Sopran
Manja Raschka, Alt
Christopher Lichtenstein, Orgel
Biederitzer Kantorei
Musiksommerfestspielorchester, Michael Scholl

Querstand VKJK1624, Preiscode: CF, VÖ: 24.5.2017, 4025796016246

Ein fast zehnjährige Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet den englischen Komponisten mit der Biederitzer Kantorei und ihrem Leiter Michael Scholl; eine Frucht dieser Verbindung waren zahlreiche Auftragskompositionen. So auch die Kantate „Da pacem, Domine“. Die Kantorei hatte den Wunsch nach einem oratorischen Werk geäußert, dass Luthers „Verleih uns Frieden gnädiglich“ mit dem Lobgesang der Maria aus dem Lukasevangelium verbindet. Mawby hat sich auf dieses Projekt eingelassen, blieb allerdings bei den beiden vorgeschlagenen Texten nicht stehen. Genau genommen verarbeitet er fünf aufeinander bezogene Texte in drei Sprachen, die auf Traditionen der anglikanischen, protestantischen und katholischen Kirche verweisen und somit dem Werk einen ökumenischen Charakter verleihen. Das zweite große Werk, die „Homage to Lucas Cranach“, ist von ähnlicher Dramaturgie. Mawby setzt sich im Hinblick auf das Reformationsjubiläum mit zwei Kunstwerken aus dem frühen 16. Jahrhundert auseinander, dem Gemälde „Der Sündenfall“ von Lucas Cranach d. J. und Luthers Weihnachtslied „Gelobet seist du, Jesu Christ“. Wie in „Da pacem“ umrahmt auch hier ein reformationszeitliches Lied mit seiner markanten Melodie das gesamte Werk.

 

 

 

10 Jahre Deutsche Radio Philharmonie

Daniel Glaus: Von den vier Enden der Welten
The Hilliard Ensemble
August Zirner, Sprecher
Christoph Poppen

Richard Wagner: Tristan und Isolde. Symphonische Bearbeitung von Henk de Vlieger
Stanislaw Skrowaczewski

Pjotr Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 4 f-Moll
Karel Mark Chichon

perc.pro PP50182016, Preiscode: EB (3 D), VÖ: 24.5.2017, 4260029190670

10 Jahre nach der Fusion des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken mit dem SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern kommt dieser wunderbare Querschnitt der musikalischen Entwicklung der heutigen Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern auf den Markt. Sowohl die beiden Chefdirigenten und der leider kürzlich verstorbene Ehrendirigent der DRP, Stanislaw Skrowaczewski,haben maßgeblichen Anteil an dieser bemerkenswerten künstlerischen Arbeit. Zusammengestellt wurden hier Konzertmitschnitte aus den Jahren 2011 (Glaus), 2012 (Wagner) und 2013 (Tschaikowsky).

 

 

 

Piano Figaro

Werke von Debussy, Rossini, Liszt, Ginastera, Granados, Bach, de Falla, Rachmaninoff, Gottschalk, Chopin, Hisaishi und Zakharov

Jia Wang, Klavier

Encora ENC024, Preiscode: CE, VÖ: 24.5.2017, 4260104940244

Jia Wang wurde in Shenyang (China) in einer Musikerfamilie geboren. Seine Musikausbildung hat er abgeschlossen mit Bachelor Diplom vom Shanghai Musikkonservatorium 2003, Meisterdiplom und Konzertexamen von der Musikhochschule Köln 2010. Durch wiederholte Einladungen des Shenyang Conservatory, Northeast Normal University, Changchun Normal University und Xiamen Conservatory hat Jia Wang verschiedenste Meisterkurse gegeben und ist auch regelmäßig Jury bei Internationalen Klavierwettbewerben: Germany (Troisdorf IPC), China (Changchun Northeast Asia IPC) und USA (Hartford Chopin IPC), Nationale Wettbewerbe: China (Changchun, Dalian, Hefei und Shenyang Conservatorium Piano Concert Competition). Heute hat er seine musikalischen Engagements schwerpunktmäßig in Deutschland und China. Er ist dort als Künstler, Pianist auch als Leiter von Musikprojekten tätig. Seine Piano Projekte sind in China mit über 10 Musikhochschulen, Unis, Gesellschaften, musikalischen Künstlerprojekten und verschiedenen Unternehmen verbunden. Er ist auch der Gründer und künstlerischer Leiter der „Troisdorf International Piano Competition“ und der „Internationale freie Brahms Musikakademie“ in Troisdorf. Als Künstler hat er weltweit Aufmerksamkeit erreicht durch sein Musikvideo, dass auch vom Londoner „CMUSIC TV“ präsentiert wurde.

 

 

 

Giovanni Battista Martini (1706-1784)

16 unveröffentlichte Orgelwerke

Ennio Cominetti, Orgel

Leonardo LDV14029, Preiscode: BD, VÖ: 24.5.2017, 8051773570292

1722 trat Martini in den Minoritenorden ein. Er unternahm zu seiner Ausbildung große Reisen und widmete sich dann ausschließlich der Musik. 1725 wurde er Kapellmeister der Franziskanerkirche in Bologna, wo er mit seinen Kompositionen die Aufmerksamkeit auf sich zog. Er begründete eine Musikschule, das „Liceo Musicale di Bologna“, die nach seinem Tod von seinem Schüler Stanislao Mattei bis ins 19. Jahrhundert fortgeführt wurde und viele namhafte Künstler Italiens und des Auslands ausgebildet hat. Als Lehrer bevorzugte er die alte römische Kompositions-Tradition. Er war ein bedeutender Pädagoge und Musiktheoretiker, der eine Bibliothek von rund 15.000 Bänden besaß und in musikalischen Fragen als höchste Instanz galt, weshalb sein Rat in vielen Streitfragen beigezogen wurde. Johann Christian Bach und Florian Leopold Gassmann gehörte zu seinen Schülern. Im Winter 1770 ließ sich der junge Wolfgang Amadeus Mozart auf seiner ersten Italienreise von Martini in Kontrapunkt unterweisen. Auch andere Komponisten suchten Martinis Rat, z.B. Giovanni Battista Cirri, Vicente Martín y Soler, Christoph Willibald Gluck, Niccolò Jommelli, André Grétry, Antonio Boroni. Seine geistlichen Werke wurden sehr geschätzt für ihre formale Strenge und konsequent angewandten Kontrapunkt. Dagegen weisen seine Kompositionen für Tasteninstrumente, meist geschrieben für die Gottesdienste der Franziskanerkirche in Bologna, schon den Weg in den galanten Stil. Dies gilt auch für die hier erstmals auf CD veröffentlichten Werke, deren Manuskripte im Stadtmuseum von Bologna aufbewahrt werden.

 

 

 

I Musici

Die Columbia-Aufnahmen 1953/54 mit Werken von Pergolesi, Corelli, Martini, Tartini, Galuppi, von Wassenaer, Gabrieli, Marcello, Albinoni und Vivaldi

Urania Arts WS121361, Preiscode: CK (3 CD), VÖ: 24.5.2017, 8051773573613

Erstveröffentlichung auf CD

Das nach dem 2. Weltkrieg gegründete Ensemble begann seine Karriere als „I Musici di Roma“. Gegründet wurde es von Studenten der Academia Nazionale di Santa Cecilia. Das Repertoire bestand vorwiegend aus italienischer Barockmusik. Stets musizierte das Ensemble allerdings auf modernen Instrumenten und stand der heute so akzeptierten und praktizierten historischen Aufführungspraxis lange Zeit sehr skeptisch gegenüber. Doch schon Arturo Toscanini war von den zupackenden, straffen Interpretationen der I Musici begeistert. Diese Box enthält die besten Aufnahmen des weltbekannt gewordenen Ensembles für British Columbia, bisher nicht auf CD veröffentlicht. Es handelte sich um italienisches Repertoire, das nur zum Teil später noch einmal für Philips eingespielt wurde.

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