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Hans Werner Henze (1926-2012)

Royal Winter Music. Zwei Sonaten über Gestalten von Shakespeare

Maximilian Mangold, Gitarre

Musicaphon Reflections M51711, Preiscode: BA, VÖ: 10.9.2014, 4012476517117

Die beiden Sonaten der „Royal Winter Music“ nach Gestalten von Shakespeare für Gitarre solo sind hinsichtlich Umfang, technischer Anforderungen und literarischer Grundlage eine Besonderheit im Gitarrenrepertoire überhaupt. Wenngleich Shakespeares Dramen und Komödien bereits vielen Komponisten als Vorlage für Opernlibretti und Ballette dienten, ist ein abendfüllender Zyklus für ein Soloinstrument einzigartig. Beide Sonaten sind Julian Bream gewidmet. Interpret und Komponist wollten die Gitarrenliteratur um einen substantiellen Beitrag bereichern. Julian Bream sagte: „Das, was die Hammerklaviersonate für die Pianisten und für die Klavierliteratur bedeutet, das muss die Royal Winter Music für die Gitarre bedeuten. Er wollte mit mir in das Innere der Gitarre vordringen, wollte das Instrument zu einem der farbenreichsten und interessantesten unserer Zeit aufsteigen sehen.‘‘ In der Tat kann die Royal Winter Music als das Opus Magnum der modernen Gitarrenliteratur betrachtet werden. Es zeugt schon von sehr gesundem Selbstvertrauen, wenn der heute anerkannte und etablierte Gitarrist Maximilian Mangold sich ausgerechnet diesen Zyklus für eine seiner ersten Veröffentlichungen auf Musicaphon vornahm und höchstes Lob der Kritik dafür erfuhr. Die 1999 entstandene Einspielung, eine der wenigen vollständigen Aufnahmen der beiden Sonaten, ist jetzt preiswert wieder verfügbar.

 

 

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Jón Leifs (1899-1968)

Erfiljóð – Elegies:
Scherzo concreto, op. 58
Quintet, op. 50
Variazioni pastorale, op. 8
Erfiljóð, op. 35

Ðórunn Guðmundsdóttir, Mezzosopran
Rut Ingólfsdóttir, Violine
Männerchor
Reykjavík Chamber Orchestra, Bernharður Wilkinson

BIS BIS-CD-2070, Preiscode: CE, VÖ: 10.9.2014, 7318590020708

Kammermusik gehörte nie zu den zentralen Betätigungsfeldern des Komponisten. Sein Instrument der Wahl war eher das große, sinfonische Orchester, noch erweitert um eine ganze Reihe einzigartiger Percussioninstrumente. Und so gibt es abseits der drei beeindruckenden Streichquartette nur zwei originale Kammermusikwerke: Das „Quintet“ in bunter Bläser-/Streicherbesetzung und sein eigenes Arrangement der „Variazioni pastorale“ für Streichquartett (original für Orchester geschrieben). Dazu treten auf dieser Disc einige sehr interessante „Fundstücke“. So z.B. das kurze „Scherzo concreto“ für 10 Instrumente und 7 Personen, das belegt, wie Leifs ein einziges Mal mit dem Serialismus experimentierte. Und schließlich eines der persönlichsten Werke des Komponisten, die „Erfiljóð”, 1947 geschrieben unter dem Eindruck des Todes seiner noch kleinen Tochter.

 

 

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Claude Debussy (1862-1918)

La Mer:
Images pour orchestre (1905-12)
Prélude à l’après-midi d#un faune (1891-94)
La Mer, trois esquisses symphoniques (1903-05)

Singapore Symphony Orchestra, Lan Shui

BIS BIS-SACD-1837, Preiscode: CE, VÖ: 10.9.2014, 7318599918372

Auf dieser SACD wird der „Nachmittag eines Fauns“, Debussys sicher populärstes Werk, umrahmt von seinen zwei größten Unternehmungen im Bereich der orchestralen Musik: den „Images“ und „La Mer“. Alle drei Werke sind programmatisch, aber es ging Debussy dabei mehr darum, eine bestimmte Atmosphäre oder Stimmung zu erzeugen als naturalistisch-lautmalerisch zu arbeiten. Das erklärt auch seine Reaktion, als ein Dirigent, der mehr zum Inhalt des „Fauns“ wissen wollte, von ihm recht kurz abgefertigt wurde: „Das ist ein Flöte spielender Hirte, der auf seinem Hintern im Gras sitzt.“ Debussy spielt mit Klangfarben, erzeugt durch oft ganz ungewöhnliche Instrumentenkombinationen im Orchester und ruft so beim Hörer ganz eigene Vorstellungen herauf. Die Aufnahme des „La Mer“ wurde schon 2007 auf der SACD „Seascapes“ veröffentlicht; ein Kritiker nannte sie im American Record Guide die „erstaunlichste, effektivste und schönste Einspielung, die ich je gehört habe.“

 

 

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Cellokonzerte

Sir William Walton: Concerto / Passacaglia for Cello Solo
Paul Hindemith: Konzert / Sonate für Cello solo, op. 25,3

Christian Poltéra, Cello
São Paulo Symphonieorchester, Frank Shipway

BIS BIS-SACD-2077, Preiscode: CE, VÖ: 10.9.2014, 7318599920771

Paul Hindemith und William Walton verband eine lange Freundschaft. Erst wenige Monate vor Hindemiths Tod (1963) hatte Walton diese mit seinen „Variations on a Theme of Hindemith“ bekräftigt, die auf dem Hauptthema des langsamen Satzes aus Hindemiths Cellokonzert beruhen. Eine weitere Verbindungslinie zwischen beiden Komponisten: Hindemith schrieb sein Cellokonzert für Gregor Piatigorsky, der wiederum 15 Jahre später bei Walton dessen Cellokonzert bestellte. Beide Werke sind ausgedehnte dreisätzige Kompositionen, die große Besetzungen erfordern (inklusive Vibraphon und Celesta). Als Kontrast zu diesen wuchtigen Werken spielt der Schweizer Cellist Poltera eher zarte Kompositionen für Cello solo. Hindemiths „Sonate“ stammt aus der Zeit, als er sich besonders mit der Integration barocker Kompositionsformen und Stile in die Musik der Gegenwart beschäftigte, und Waltons „Passacaglia“ ist eines seiner letzten Werke, 1979/80 komponiert, eine intime, meditative Musik.

 

 

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Tangophoria

Werke von Ástor Piazolla, Juan Carlos Cobían, Aníbal Troilo, Lucio Demare, Carlos Gardel und Christian Lindberg

Trio Tangophoria:
Christian Lindberg, Posaune
Jens Lindberg, Bandoneon
Roland Pöntinen, Klavier

BIS BIS-SACD-2108, Preiscode: CE, VÖ: 10.9.2014, 7318599921082

Strawinsky komponierte Tangos, auch Albéniz und Satie, selbst John Cage – aber der Komponist, dem es gelang, den Tango im Konzertsaal salonfähig zu machen, war – wie zu erwarten – ein Argentinier: Ástor Piazzolla. In seinen Tangos fließt alles zusammen: seine Liebe zur klassischen Musik, seine Faszination vom Jazz und von der Improvisation. Und immer ist da der Tango, ihm unauslöschlich eingepflanzt durch seinen Vater, dem er mit einem seiner beliebtesten Werke, Adiós NoniNo, ein Denkmal setzte. Piazzollas lebenslanges Bemühen, den Tango zu erneuern, brachte ihm auch viel Feindschaft der Traditionalisten in Argentinien ein, und selbst seine Sympathisanten fragten sich schon mal, ob das, was sie da gerade hörten, eigentlich noch ein Tango sei. Piazzolla selbst hatte da keine Zweifel, ebenso wenig wie Musiker aller Genres vom Jazz (Gerry MUlligan, Gary Burton, Al Di Meola) und Pop (Grace Jones) bis zur Klassik (Gidon Kremer, Yo-Yo Ma). In diesem Programm stellen die beiden Lindbergs zusammen mit Christians langjährigem Klavierpartner Roland Pöntinen eigene Arrangements von Piazzollas Highlights in wechselnder Besetzung vor.

 

 

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Johannes Brahms: Klavierwerke, vol. 2

Sonate Nr. 2 op. 2
Variationen über ein Originalthema op. 21,1
Drei Intermezzi op. 117
Scherzo es-Moll op. 4

Jonathan Plowright, Klavier

BIS BIS-SACD-2117, Preiscode: CE, VÖ: 10.9.2014, 7318599921174

Auf der ersten Folge mit Klavierwerken von Brahms hatte Plowright zwei Monumentalwerke eingespielt, die „Händelvariationen“ und die 3. Klaviersonate. Dieses vol. 2 eröffnet auch mit einem Schwergewicht, der 2. Sonate mit einer Spieldauer von einer knappen halben Stunde. Es ist die Schöpfung eines jungen Mannes, der sich sowohl als Pianist wie auch als Komponist profilieren will: virtuos, sprunghaft und oft so gar nicht typisch „brahmsisch“. Aber sie weist schon auf das hin, was da mal kommen wird, besonders im langsamen zweiten Satz, der von einem mittelalterlichen Troubadourlied inspiriert ist und in der von Brahms so geliebten Variationsform durchgearbeitet wird. Ein frühes Zeugnis für sein Interesse an der Musik der Vergangenheit. Auch bei „Scherzo“ und den „Variationen“ op. 21,1 handelt es sich um Frühwerke. Die drei „Intermezzi“ dagegen sind eines der dunkelsten, aber auch schönsten der späten Klavierwerke Brahms‘ mit einem ganz besonderen persönlichen Wert für ihn; er nannte sie einmal „das Schlaflied aller meiner Sorgen“.

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