Katalogkategorien

 

Die Triosonate während zweier Jahrhunderte

Werke aus England, Frankreich, Deutschland und Italien von Gibbons, Lawes, Purcell, Händel, Lully, Marais, Couperin, Leclair, Boismortier, Schmelzer, Buxtehude, Biber, Fasch, Telemann, Castello, Merula, Corelli, Albinoni, Vivaldi, Tartini und anderen

London Baroque

BIS BIS-CD-9050, PC: FD (8 CD), VÖ: 5.9.2018, 7318590090503

Seit seiner Gründung im Jahr 1978 hat sich London Baroque als eines der langlebigsten und erfahrendsten Barockmusikensembles etabliert. Die Box präsentiert 8 CDs, die zwischen 2003 und 2013 veröffentlicht worden sind. Das Ensemble hat mit dieser Serie eine klingende Geschichte der Triosonate in Europa zusammengetragen, die verdienstvolle Frucht vieler Jahre voller Recherche, Experiment und Entdeckung. Immerhin war die Triosonate das wichtigste Genre der Kammermusik im 17. bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und deshalb spiegelt seine Geschichte auch andere musikalische Entwicklungen des Barock. Nach 1750 löste dann das Streichquartett die Triosonate als führendes Kammermusikgenre ab.

 

 

 

Sebastian Fagerlund

Höstsonaten (Herbstsonate)

Von Otter, Sunnegårdh, Juntunen, Hakala, Söderlund
Finnish National Opera Chorus & Orchestra, John Storgårds

BIS BIS-SACD-2357, PC: EC (2 CD), VÖ: 5.9.2018, 7318599923574

Fagerlund ist bisher vor allem durch seine Konzerte und Orchesterwerke bekannt geworden. Sein Stil zeigt eine Fülle von Klangfarben und ungewöhnliche rhythmische Aktivität, dazu ein sicheres Gespür für das Instrument. Aber er ist eben auch Komponist von Vokalwerken; seine erste Oper „Döbeln“ wurde 2010 von BIS veröffentlicht. Nun erhielt er von der finnischen Nationaloper den Auftrag zu einem weiteren Werk. Fündig wurde er bei Ingmar Bergmans „Herbstsonate“. Der Film erzählt die Geschichte der gefeierten Pianistin Charlotte Andergast und ihre Konflikte mit ihrer Tochter Eva. Bergmans Drehbuch ist hier erstmals zur Grundlage einer Oper genommen worden. Premiere war im September 2017 in Helsinki, wo auch diese Liveaufnahme entstand, mit Anne Sofie von Otter als Charlotte, der Rolle, für die Ingrid Bergman eine Oscarnominierung als beste Schauspielerin erhielt.

 

 

 

Estrellita

Miniaturen für Violine von Kreisler, Dvorak, Liszt, Ponce, Achron, Paradis, Gluck, Debussy, Engel, Elgar, Heuberger, Still, Falla, Gershwin, Mancini, Young und Arlen

Elena Urioste, Violine
Tom Poster, Klavier

BIS BIS-SACD-2428, PC: CD, VÖ: 5.9.2018, 7318599924281

Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich bei der unterhaltsamen Musik auf dieser SACD um Arrangements berühmter Geiger: Auer, Kreisler, Zimbalist, Heifetz... Das Ende bilden drei Arrangements von Tom Poster über berühmte amerikanische Ohrwürmer: „Moon River“, „When I Fall in Love“ und „Over the Rainbow“. Beiden Künstlern liegt an einer „altmodischen Welt voller goldenem Klang und Melodien, die ans Herz gehen.“ Und so kam diese sehr persönliche Auswahl brillanter Miniaturen voller Lächeln, Augenzwinkern, Seufzern und auch Tränen zustande, die ihre Hörer tatsächlich in vergangene Epochen zurückversetzen, direkt an den offenen Kamin bei einem Salonkonzert.

 

 

 

Violinkonzerte

Erich Wolfgang Korngold: Konzert D-dur, op. 35
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert Nr. 5 A-dur, K.219

Caroline Goulding, Violine
Berner Symphonieorchester, Kevin John Edusei

Claves CLA50-1808, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 7619931180823

Wieso Korngold und Mozart auf einer CD? Ganz einfach: beide hießen Wolfgang, beide waren Wunderkinder, beide hatten mit schwierigen Vätern zu kämpfen. Das war‘s dann allerdings auch mit den Gemeinsamkeiten, denn stilistisch trennen beide Welten. Die Produktion wurde gesponsort von den Sommets Musicaux de Gstaad; die Organisation des Festivals hat es sich zum Ziel gesetzt, jungen Talenten zu helfen und nimmt deshalb immer eine Reihe von entsprechend besetzten Konzerten ins Programm auf, die in der Kapelle von Gstaad durchgeführt werden. Und jedes Jahr bekommt eines der jungen Talente die Chance, eine von Claves produzierte CD mit Orchester einzuspielen. Diesmal also Caroline Goulding, die bereits mit vielen berühmten Orchestern aufgetreten ist. 2009, da war sie gerade einmal 16 Jahre alt, wurde ihre erste Aufnahme für einen Grammy nominiert.

 

 

 

Lisa Mezzacappa

Glorious Ravage – a panoramic song cycle

mit Fay Victor, Stimme
Kammerensemble

New World Records NWR80793, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228079323

1872 schrieb die britische Weltreisende Isabella Bird: „Ich mache, was eine Frau kaum machen kann, und ich kann fallen, fallen ins Nichts.“ Die Bandleaderin, Bassistin und Komonistin Lisa Mezzacappa aus San Francisco zitierte diese Zeilen (und mehr) für ihren zehnteiligen „panoramic song cycle for improvisers“, der ungewöhnliche Frauen zum Thema hat. Und diese Zeilen spiegeln sehr gut Mezzacappas Platz in der Welt des progressiven und avant-garde Jazz. Die offene Struktur des Werkes bietet den Mitwirkenden alle Möglichkeiten, ihre Gaben, Gefühle, ihre Persönlichkeiten einzubringen.

 

 

 

 

Black Manhattan

Vol. 3. Ragtimes, Tänze, Balladen und Cakewalks

The Paragon Ragtime Orchestra, Rick Benjamin

New World Records NWR80795, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228079521

Zu der Serie wurde Rick Benjamin von der Lektüre eines Buches angeregt: „Black Manhattan“, die faszinierende Chronik schwarzer Künstler von viktorianischer Zeit bis zur Harlem Renaissance von James Weldon Johnson. Passend dazu Eileen Southerns „Music of  Black Americans“. Benjamins Versuch, die in diesen Büchern benannte Musik auch zu hören, scheiterte teilweise. Und so machte er sich eben selbst daran, dieses musikalische Erbe Amerikas neu aufzunehmen.

 

 

 

Michael Winter (*1980)

lower limit:
necklaces für Gitarre
mass and band für Virginal und Harfe
chorale and finely tuned resonators für Gitarren
lower limit für Gitarren

Elliot Simpson, Chaz Underriner, Cristián Alvear, Vicente Araya, Gitarren
Brian Parks, Virginal
Colleen Potter Thornburn, Harfe

New World Records NWR80798, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228079828

Die ungewöhnlichen klanglichen Texturen, die Michael Winters Musik ausmachen, sind gespeist von einer Datensammlung. Jede Komposition stellt eine musikalische Frage, die algorithmisch addressiert wird. Und eine Aufführung des Werkes dauert solange, wie es dauert, die Frage zu beantworten, wobei alle möglichen Ergebnisse soweit wie möglich vorgestellt werden sollen. Alle fünf hier eingespielten Werke bilden zusammen eine Metakomposition, zusammen gehalten von zwei Fassungen der „necklaces“.

 

 

 

Lejaren Hiller (1924-1994)

Sonaten
Nr. 2 für Violine und Klavier
Nr. 3 für Violine und Klavier
Nr. 5 für Klavier

Conrad Harris, Violine
Joseph Kubera, Klavier

New World Records NWR80799, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228079927

Hiller wurde durch seine computergestützten Kompositionen bekannt. Die drei Stücke auf dieser CD umspannen eine wichtige fünfzehnjährige Spanne in Hillers Karriere. Die erste Sonate entstand zwei Jahre vor der ILLIAC Suite, die zweite drei Jahre, nachdem er Professor an der Universität von Illinois geworden war, und die letzte schrieb er im zweiten Jahr seiner Professur an der State University of New York at Buffalo. Neben den elektronischen Werken schrieb er eben auch rund 60 Stücke für analoges Instrumentarium, darunter zehn Sonaten, alle für Klavier, Violine und Klavier oder Cello und Klavier.

 

 

 

James Tenney (1934-2006)

Harmonium

Scordatura Ensemble

New World Records NWR80803, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228080329

Als Tenney gefragt wurde, ob er seine Musik nicht beschreiben würde als „Klang um des Klanges willen“, antwortete er, es sei „Musik um der Reflektion willen.“ Er war zutiefst fasziniert von  der Natur und den Möglichkeiten der Klangwahrnehmung, und das sowohl intellektuell wie sensitiv. Daher leitet er oft auch musikalische Strukturen aus den Obertonreihen her, so auch in dem mehrteiligen „Harmonium“.

 

 

 

James Romig (*1971)

Still, for solo piano

Ashlee Mack, Klavier

New World Records NWR80802, PC: CK, VÖ: 5.9.2018, 093228080220

Romigs Ziel ist es, Musik zu schreiben, die die vertrackte Komplexität der natürlichen Welt abbildet. Fundamentale Strukturen beeinflussen sowohl kleinformatige wie großformatige Designs, merkwürdige Verbindungen zwischen Form und Inhalt. „Still“ ist inspiriert von Bildern Clyfford Stills und besteht aus 43 individuellen Strukturen, die in einem zusammenhängenden Strom gespielt werden können, der dann rund 55 Minuten dauert. kann aber auch in kleinere Segmente oder Suiten aufgeteilt werden. Das Werk lebt auch von der Spannung zwischen Musik und Bild: während Musik immer ein fortlaufender Strom ist, der die Hörer stets in einen Zeitverlauf zwingt, kann ein Bild (theoretisch) unendlich lange betrachtet werden und steht so für zeitlichen Stillstand.

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